Sondersynode der chaldäisch-katholischen Kirche zur Lage der Christen im Irak

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BAGDAD, 4. November 2005 (ZENIT.org).- Im Rahmen einer Sondersynode werden die Bischöfe der mit Rom unierten chaldäischen Kirche in der kommenden Woche im Vatikan über die Zukunft der Christen im Irak beraten.



Die Daten für das Zusammentreffen in Rom, das vom 8. bis zum 12. November dauern wird, bestätigte der chaldäische Weihbischof Andraos Abouna von Bagdad gestern, Donnerstag, gegenüber der Nachrichtenagentur \"AsiaNews\". Die chaldäischen Bischöfe, von denen die meisten im Irak ihren Hirtendienst versehen, treffen sich normalerweise einmal pro Jahr. Aufgrund der dringlichen Situation im Irak betrachtete man aber ein zweites Treffen in diesem Jahr als unerlässlich. Das erste fand im Januar 2005 im Irak statt.

Pater Philip Najim, Mitarbeiter im chaldäischen Patriarchat von Bagdad, kündigte an, dass die Bischöfe auch über eine Reform der chaldäischen Liturgie nachdenken werden. Erzbischof Louis Sako von Kirkuk im Nordirak betonte seinerseits, dass es bei der Sonderversammlung unter anderem darum gehen werde, in der chaldäischen Kirche einen \"direkten Draht\" einzurichten, um der irakischen Regierung rasch mutige Vorschläge unterbreiten zu können. Außerdem werde man sich mit dem Problem der Abwanderung und \"des wachsenden Abwerbens von Gläubigen durch evangelische Kirchen\" befassen. Dazu bemerkte Erzbischof Emmanuel III. Delly, Patriarch von Babylonien der Chaldäer, der in der irakischen Hauptstadt Bagdad residiert, dass diese \"neuen Evangelikalen\", die seit Kriegsende in den Irak kommen, eher darum bemüht seien, Gelder von reichen Spendern zu sammeln als das Wort Gottes zu verkünden.

Im Irak leben rund 550.000 Chaldäer. Weitere 150.000 verteilen sich auf acht weitere Diözesen in den übrigen Teilen der Welt.

Iraks Staatspräsident bei Benedikt XVI.

Im Rahmen seines Rom-Besuchs wird der amtierende irakische Staatspräsident Jalal Talabani am 10. November Papst Benedikt XVI. im Vatikan besuchen. Voraussichtlich wird der Heilige Vater diese Gelegenheit zum Anlass nehmen, um einen ausdrücklicheren Schutz für die Religionsfreiheit in der irakischen Verfassung einzufordern.