Spanien: 123 Märtyrer auf dem Weg zur Seligsprechung

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CORDOBA, 21. Februar 2007 (ZENIT.org).- Der Bischof von Córdoba, Juan José Asenjo, hat das Dekret zur Eröffnung der diözesanen Etappe des Seligsprechungsprozesses von 123 Märtyrern unterzeichnet, die im Zuge der Christenverfolgung in der Zeit des spanischen Bürgerkriegs in der andalusischen Provinz Córdoba umkamen.



Vor fast 70 Jahren, am 18. Juli 1936, putschte der spanische Armeegeneral Francisco Franco und die mit ihm verbündeten Verschwörer gegen die junge, erst seit 1931 existierende II. Spanische Republik. Von da an kämpften in einem überaus blutigen Bürgerkrieg (1936-1939) die „zwei Spanien“ gegeneinander: das traditionalistische, frankistische Spanien gegen das liberale, laizistische, sozialistische Spanien.

Noch nach 70 Jahren polarisieren die damaligen Geschehnisse heute die spanische Gesellschaft. Ursache sind die bis dahin unvorstellbaren Grausamkeiten: Nachbarn mordeten Nachbarn, Freunde drangsalierten Freunde, Verwandte verrieten ihre nächsten Angehörigen. Auf beiden Seiten kam es zu Verbrechen, Massen-Hinrichtungen, Folter und Vergewaltigungen.

General Franco stellte sich in gewisser Weise schützend hinter die katholische Kirche, die deshalb sofort ins Schussfeld seiner Gegner geriet und unbarmherzig angegriffen wurde. Deshalb besteht der Diözesanbischof von Córdoba nun darauf, dass die Motivation für den Seligsprechungsprozess der 123 Blutzeugen keine andere sei als „zu unterstreichen, dass diese Menschen ihr Leben ausschließlich augrund ihres Bekenntnis als Christen hingegeben haben, und das ihr im Glauben angenommenes und von der Vergebung begleitetes Sterben als alleinige Ursache den Hass auf den Glauben hatte“.

Weiterhin unterstrich der anadalusische Bischof vor kurzem, dass es nicht darum gehe, mit dem Seligsprechungsverfahren „alte Wunden zu öffnen“ oder öffentlich zu bekunden, wer seinen Feinden in der Todesstunde denn nun wirklich vergeben hätte.

Papst Johannes Paul II. regte 1994 an, eine alle Kontinente umfassende Martyrer-Geschichte des 20. Jahrhunderts auf den Weg zu bringen. In seinem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vom 10. November 1994 heißt es: „In unserem Jahrhundert sind die Martyrer zurückgekehrt, häufig unbekannt, gleichsam ‚unbekannte Soldaten‘ der großen Sache Gottes. Soweit als möglich dürfen ihre Zeugnisse in der Kirche nicht verloren gehen. Wie beim Konsistorium (der Kardinäle) empfohlen wurde, muss von den Ortskirchen alles unternommen werden, um durch das Anlegen der notwendigen Dokumentation nicht die Erinnerung zu verlieren an diejenigen, die das Martyrium erlitten haben“ (37).

Die Kirche erweise Gott gerade „durch die Verkündigung und Verehrung der Heiligkeit ihrer Söhne und Töchter“ die höchste Ehre, betonte der direkte Vorgänger von Papst Benedikt XVI. In den Märtyrern werde Christus geehrt, der „Ursprung ihres Martyriums und ihrer Heiligkeit“. Die Praxis der Selig- und Heiligsprechungsprozesse, die sich in der Kirche im Lauf der Geschichte herausgebildet habe, offenbare „die Lebendigkeit der Ortskirchen, die heute viel zahlreicher sind als in den ersten Jahrhunderten und im ersten Jahrtausend. Die größte Verehrung, die alle Kirchen an der Schwelle des dritten Jahrtausends Christus darbringen werden, wird der Beweis der allmächtigen Gegenwart des Erlösers durch die Früchte von Glaube, Hoffnung und Liebe in Männern und Frauen vieler Sprachen und Rassen sein, die Christus in den verschiedenen Formen der christlichen Berufung nachgefolgt sind“ (ebd.).

Unter den 123 Märtyrern aus Córdoba befinden sich 87 Priester, 3 Ordensmänner, eine Ordensfrau und 32 Laien (22 Männer und 10 Frauen).