Spanien: Umstrittenes Gesetz über die "Ehe" homosexueller Paare angenommen

Erzbischof García-Gasco: "Wenn alles Ehe ist, gibt es keine Ehe mehr"

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MADRID, 30. Juni 2005 (ZENIT.org).- Das spanische Parlament hat heute dem umstrittenen Gesetzesvorhaben der sozialistischen Regierung über die "Ehe" gleichgeschlechtlicher Paare und deren vermeintliches Recht, Kinder zu adoptieren, zugestimmt. Mit 187 zu 147 Stimmen wurde das Gesetz definitiv approbiert und damit das im Senat eingelegte Veto aufgehoben. Die neue Regelung wird in Kraft treten, sobald sie in der kommenden Woche im Amtsblatt veröffentlicht worden ist.



Neben der "Ehe" gleichgeschlechtlicher Paare und der Kindesadoption wird auch ein neues Scheidungsgesetz Wirklichkeit. Es sieht vor, dass man innerhalb einer Woche von seinem Ehepartner getrennt werden kann – selbst dann, wenn dieser davon gar nichts wissen sollte.

Einstimmig für die neuen Gesetze stimmten die von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero angeführten Sozialisten sowie andere linke und regionale Parteien. Die oppositionellen Volkspartei (Partido Popular) stimmte mit einer einzigen Ausnahme geschlossen gegen den Antrag und erwägt nun eine Klage vor dem Verfassungsgericht.

Der Erzbischof von Valencia, Agustín García-Gasco, schreibt in einem Hirtenbrief, dass die Ehe mit dem neuen Gesetz "in die Luft gesprengt" werde. "Eine Ehe ist eine Beziehung zwischen Mann und Frau", stellt er klar. "Wenn alles Ehe ist, gibt es keine Ehe mehr."

Bischof Juan Antonio Reig von Segorbe-Castellón, Vorsitzender der Familienkommission der spanischen Bischofskonferenz, erklärte kürzlich in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "La Razón", dass diese Gesetze "nur die Spitze des Eisberges" eines Plans zur Zerstörung der Familien und der "Vernichtung der christlichen Gesellschaft" seien. Deshalb sei auch "die Rede von 'neuen Rechten', die in Wirklichkeit gar nicht existieren".

Am Samstag, dem 18. Juni, hatten Hunderttausende von Spaniern in der spanischen Hauptstadt Madrid gegen die Gesetzesvorhaben und für mehr Schutz der Kindheit, Ehe und Familie demonstriert.