Spanische Bischöfe: Abtreibung ist nicht ein „Recht“, sondern ein Attentat

Klarstellung angesichts der geplanten Gesetzesnovelle der spanischen Regierung

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MADRID, 23. Juni 2009 (ZENIT.org).- Der Ständige Rat der Spanischen Bischofskonferenz hat am vergangenen Donnerstag (18. Juni) eine öffentliche Erklärung zum Gesetzesvorschlag der spanischen Regierung zur Neuregelung der Abtreibungsfrage abgegeben. Die Bischöfe kritisieren darin vor allem, dass die Praxis der Abtreibung durch die geplanten Neuerungen zu einem staatlich geschützten Recht gemacht werden soll. Das achtseitige Dokument (zu finden auf http://www.conferenciaepiscopal.es/) trägt deshalb auch den bezeichnenden Titel: „Der Anschlag auf das Leben derer, die geboren werden, zum ‚Recht‘ verwandelt“ („Atentar contra la vida de los que van a nacer convertido en ‚derecho‘“).



In dem Dokument werden die Pläne der spanischen Regierung als schwerer Rückschritt in Sachen Lebensschutz gewertet. Schwangere würden alleine gelassen werden, und der ganzen Gesellschaft würde ein schwerer Schaden zugefügt werden.

„Ein Staat, der einer Sache, die in Wirklichkeit ein Attentat auf das Grundrecht des Lebens darstellt“, den Rang eines Rechts einräumen wolle, „pervertiert die elementare Ordnung der Vernunft, die in den Wurzeln seiner eigenen Legitimität zu finden ist“, heißt es in dem Dokument der spanischen Bischöfe. Das grundlegende Gut des menschlichen Lebens und des Lebensrechts gingen dem Staat voraus und müssten von diesem geschützt und gefördert werden, bekräftigen sie. Kein Katholik dürfe daher dem Gesetzesvorhaben seine Zustimmung geben.

Neben diesen klaren Worten gegen das Vorhaben der spanischen Regierung betonen die Hirten in ihrem Dokument die Notwendigkeit, Schwangeren in Krisensituationen stärker zu helfen. Diesbezüglich verweisen sie auf die dankbaren Zeugnisse zahlreicher Frauen und Männer, die sich aufgrund der erfahrenen Unterstützung schließlich doch für ihre Kinder entschieden hätten, in denen sie nun „ein unschätzbares Geschenk“ erkennen würden, „das ihrem Leben Licht und Sinn gibt“.

Die spanischen Bischöfen loben alle, die sich für Abtreibungsopfer einsetzen, und weisen darauf hin, dass gerade diese Menschen aufzeigten, „dass es nicht diese Art von gesetzlichen Regelungen sind, die benötigt werden, um Schwangeren zu helfen und dazu beizutragen, dass die Gesellschaft in ihrer Würde gestärkt wird“.

Nachdrücklich bekräftigen die Bischöfe: „Frauen, die versucht sind, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, oder jene, die diese Tragödie schon erlebt haben, werden in der katholischen Gemeinschaft immer einen Ort der Barmherzigkeit und des Trostes finden. Als Mutter versteht die Kirche ihre Schwierigkeiten und wird sie mit ihren Problemen und ihrer Schuld niemals alleine lassen.“