Spanischer Journalist "Lolo" wird am 12. Juni seliggesprochen

Ein Freund der Eucharistie - erblindet diktierte er noch neun Bücher

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Von Jesús Colina

ROM, 23. Februar 2010 (ZENIT.org).- Der spanische Journalist Manuel Lozano Garrido (1920-1971), den seine Freunde schlicht „Lolo" nenen, kommt zu den Ehre der Altäre. Als Journalist hatte Lolo einen Großteil seines Lebens gelähmt verbracht und schließlich erblindet, aber sein publizistischer Schaffensdrang und sein Glaube blieben bis zum Ende unbegrochen. Schnell wuchs die Verehrung Lolos, des Journalisten, den die Menschen für einen Heiligen hielten. Nun wird Manuel Lozano Garrido am Samstag, den 12. Juni 2010 in seiner andalusischen Heimatstadt Linares, in der Provinz Jaén, selig gesprochen werden.

Erzbischof Ramón López del Hoyo, Bischof von Jaen, gab jetzt in einer Pressemitteilung dieses Datum, das er vom vatikanischen Staatssekretariat erhalten hatte, bekannt. Diese Ankündigung erfolgte nach der Anerkennung eines unerklärlichen Heilungswunders auf die Fürsprache von Lolo durch Papst Benedikt XVI. am 19. Dezember letzten Jahres (vgl. ZENIT vom 19. Dezember 2009).

Manuel Lozano Garrido wurde 1920 in Linares (Jaén) geboren und verstarb dort am 3. November 1971. Als Jugendlicher war er Mitglied der Katholischen Aktion. In den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs, als Mitarbeiter der katholischen Kirche in bestimmten Regionen öffentlich verfolgt wurden, trug er die Eucharistie heimlich bei sich und brachte sie zu gläubigen Häftlingen in die Haftanstalt. Seine Liebe zur Eucharistie nährte sich unter anderem nach einer besonderen Erfahrung im Gefängnis. Er arbeitete als katholischer Journalist bei den spanischen Zeitungen „Ya", „Telva", der Zeitschrift „Vida Nueva", und den Presseagenturen „Asociada" und „Signo".

Im Jahre 1942 überfiel Lolo eine sehr schwere Krankheit, Spondylitis ankylosans, besser bekannt als Morbus Bechterew: Der ganze Körper wurde entstellt, und eine vollständige Lähmung trat ein. Die letzten zehn Jahre seines Lebens war der spanische Journalist außerdem vollkommen blind.

Trotz dieser Handicaps diktierte er seiner Schwester Lucy und seinen Freunden neun Bücher, unter anderem "El sillón de ruedas" (‚Der Rollstuhl', sein erstes Buch, geschrieben im Jahre 1961), "Las estrellas se ven de noche" (‚Die Sterne sieht man bei Nacht', posthum veröffentlicht), oder "Cuentos en 'la' sostenido" („Geschichten in ‚As-Dur'"). Im Jahre 1956 gründete er die Zeitschrift "Sinai" für Kranke und wurde mit dem spanischen Journalistenpreis „Bravo" ausgezeichnet.

In seinem Kommuniqué dankte Erzbischof Ramón López del Hoyo dem Heiligen Vater für diese Entscheidung und richtete einen besonderen Gruß an Lolos Schwestern, Expectación und Lucia, die beide noch leben, und die sich über die Nachricht sicherlich freuen werden, dass ihrem Bruder der Titel eines „Seligen" zugesprochen werden wird.

Der Erzbischof beglückwünschte ebenfalls die „Vereinigung der Freunde Lolos" (http://www.amigosdelolo.com), die den Selig- und Heiligsprechungsprozess gefördert und die Sache standhaft, mit Hoffnung und Freude verfolgt hatten.

„Die Seligsprechung eines Laien, mit einem solch reichhaltigen spirituellen Profil, wie das Leben des Manuel Lozano Garrido, ist ein Geschenk der Vorsehung und eine wunderbare Gelegenheit für die Vorbereitung dieses Ereignisses, die das Leben der Christen mit Vorbildern der Heiligkeit bereichert", erklärte die Diözese. Es wurde bereits eine diözesane Kommission ins Leben gerufen, um das Leben und die Tugenden "Lolos" bekannt zu machen.

[Übersetzung aus dem Spanischen von Susanne Czupy]