Spanisches Ehegesetz ist "Niederlage für die Menschheit"

"L'Osservatore Romano" kritisiert Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe

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ROM, 5. Juli 2005 (ZENIT.org).- Als "Niederlage für die Menschheit“ bezeichnet die halboffizielle Tageszeitung des Vatikans, der "Osservatore Romano“, in seiner italienischen Montagsausgabe das spanische Gesetz zur Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe. Am vergangenen Donnerstag hatte das spanische Parlament das umstrittene Regelwerk über die "Ehe" für Homosexuelle, deren "Recht" auf Adoption von Kindern sowie die "Express-Scheidung" approbiert, seit vergangenem Sonntag ist das Gesetz in Kraft.



In seinem Artikel stellt Francesco M. Valiante klar, dass der von der katholischen Kirche mitgetragene Widerstand gegen diese Gesetze keineswegs als “Religionskrieg” aufzufassen sei, wie in bestimmten Kreisen vermutet wurde. Ehe und Familie seien der Zivilisation nicht durch die Kirche aufgezwungen worden, sondern das Gegenteil sei wahr: Ehe und Familie seien eine Errungenschaft der großen Kulturen.

"Nicht nur gläubige Menschen, sondern eigentlich jeder, der einen gesunden Menschenverstand hat und sich nicht von Vorurteilen leiten lässt, kann sagen, dass diese Handlungsweise eine erniedrigende Niederlage für die Menschheit bedeutet", schreibt der Journalist über den Parlamentsentscheid in Spanien.

Ob es den verantwortlichen "aufgeklärten Politikern (und ihren wohlgefälligen Anhängern im Stile eines ‘maître à penser’) nun gefalle oder nicht, die Ehe zwischen Mann und Frau ist eben keine Erfindung der Katholiken.

Die christliche Würde der Ehe schmälert den großen Wert des Menschlichen nicht, sondern unterstreicht und bekräftigt ihn. Deshalb ist jeder Versuch, den göttlichen Plan für die Familien zu zerstören, zugleich auch der Versuch, das authentischste Antlitz der Menschheit zu entstellen."

Die Familie gehöre "zum gemeinsamen Erbe der großen Weltkulturen“ und sei Teil der Menschheit, "weil sie seit Anbeginn in die menschliche Natur eingeschrieben ist und Jahrhunderte mit all ihren philosophischen, wissenschaftlichen, anthropologischen und gesellschaftlichen Systemen überdauert hat“.

Der spanische Fall ist für Valiante eine "Ausnahmeerscheinung", denn normalerweise würde "ein Staat, der sich als 'säkular' bezeichnet", nicht sein eigenes ideologisches System einer so komplexen Wirklichkeit aufzwingen.

“Es ist ein Betrug, wenn man an die ‘Toleranz’ appelliert oder vorgibt, Diskriminierungen aufheben zu wollen, um dann aber die grundsätzlichen Wahrheit über menschliche Beziehungen zu verleugnen und zu manipulieren. Niemals dürfen wir uns von der Wahrheit lossagen. Machen Worte Sinn, dann muss man die Dinge auch weiterhin klipp und klar bei ihrem Namen nennen."

Jeder einzelne, nicht nur der Gläubige, sei dazu verpflichtet, "diesen Verfall der Menschheit Einhalt zu gebieten und das ursprüngliche ‘Vokabular’ von Familie, Ehe und Liebe zu beschützen, das jahrtausendelang die Geschichte von Generationen geprägt hat".