Spiritualität hilft zum Leben und Sterben

Wachsende Bedeutung in Medizin und Pflege. Positionen von Christen, Juden und Muslimen in einem Buch

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MÜNCHEN, 25. August 2009 ( ZENIT.org ).- Spiritualität gewinnt nach Einschätzung von Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen in der medizinischen und pflegerischen Praxis immer mehr an Bedeutung.

Kulturelle und religiöse Prägungen wirkten sich in vielfältiger Weise auf den Umgang mit Krankheit und Gesundheit, Sterben und Tod aus. Dies gelte sowohl für die Patienten wie auch für die sie behandelnden und pflegenden Personen, heißt es im Vorwort zu einem neuen Buch, das unter dem Titel Spiritualität und Medizin soeben im Stuttgarter Kohlhammer-Verlag erschienen ist.

Ärzte, Psychologen, Klinikseelsorger, Soziologen, Theologen und Ethiker, darunter christliche, jüdische und islamische Autoren, sowie Fachleute aus der sozialen Arbeit diskutieren das „hierzulande noch wenig erschlossene Feld der Spiritualität in der Medizin“.

Herausgeber des Buches sind Professor Eckhard Frick SJ, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München lehrt, und Professor Traugott Roser, evangelisch-lutherischer Pfarrer beim Projekt Seelsorge im interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin in München. Die Ergebnisse eines interdisziplinären Arbeitskreises „Medizin und Spiritualität“ mit ausgewiesenen Experten an der Ludwig-Maximilians-Universität München haben den Anstoß zu dem Buch gegeben. Das in der „Münchner Reihe Palliative Care“ erschienene Buch vermittle präzise Einblicke in ein Handlungsfeld des Gesundheitswesens und stellt sich kritischen Nachfragen, erklären die Herausgeber.

Ausdrücklich kommen auch Autoren zu Wort, die sich dem „vieldeutigen Begriff“ Spiritualität aus einer nicht-christlichen religiösen oder kulturellen Tradition nähern. Wer in einer multikulturellen und multireligiösen Gegenwart über Spiritualität nachdenke, könne dies nicht ohne authentische Stimmen aus anderen Religionen und Traditionen, Kulturen und Sprachweisen tun, betonen Frick und Roser. Deswegen seien alle Autoren des Bandes gebeten worden, beispielhaft und aus subjektiver Perspektive, zentrale Aspekte ihres Begriffes von Spiritualität darzustellen.

Im Kapitel über interkulturelle und interreligiöse Perspektiven schreiben Tom Kucera, Rabbiner in der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom in München, und Metin Avci, Imam von DITIB der DITIM-Moschee in München.

[Eckhard Frick, Traugott Roser (Hrsg.), Spiritualität und Medizin. Gemeinsame Sorge für den kranken Menschen, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2009. 26,80 EUR]