Sportler stellen Christus auf den ersten Platz

Im Olympischen Dorf ist die heilige Messe die am meisten besuchte religiöse Veranstaltung

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LONDON, 8. August 2012 (ZENIT.org). – Die katholische Kirche in England und Wales nutzt die Olympischen Spiele, um in London Einheimische, Touristen und auch Sportler zu evangelisieren.

In einem Interview für Radio Vatikan sagte James Parker, Katholik und Koordinator der Olympischen Spiele, die heilige Messe werde nicht nur täglich im Olympischen Dorf gefeiert, sie sei sogar „unter allen religiösen Veranstaltungen die am meisten besuchte.“

„Viele Sportler aus verschiedenen Ländern kommen jeden Tag zur Messe und setzen Christus an den Anfang und in den Mittelpunkt von allem, was sie tun“, berichtete er.

„Die Menschen fangen an, aus ihren Häusern zu kommen; sie wollen sich begegnen, gemeinsam feiern. Darauf hatten sich die Kirchen vorbereitet. Die katholische Kirche, aber auch andere christliche Gemeinden haben Festspiele organisiert, um diesen Gemeinschaftsgeist in christliche Bahnen zu lenken. Damit die Menschen eine Gelegenheit bekommen, über Christus und über all das zu sprechen, was Freude in ihr Leben bringt“, so Parker.

Vor genau einem Jahr sagte Papst Benedikt XVI. zur Jugend der katholischen Kirche, ihre Aufgabe sei es, Christus bis ans Ende der Welt und in die moderne Gesellschaft hinein zu tragen. Anfang dieses Monats wiederholte er in seinen Gebetsintentionen für August dieses Evangelisierungsmandat: „Dass junge Menschen, die berufen sind, Christus zu folgen, den Willen zeigen mögen, das Evangelium bis an die Enden der Welt zu verkünden und zu bezeugen.“ Um zu beweisen, dass sie ihn wörtlich nehmen, haben junge Katholiken aus 21 verschiedenen Ländern das Londoner Olympiadorf gestürmt und ihre Zelte auf die grünen Wiesen vor der „Bonaventure’s Catholic High School“ gepflanzt, wo sie ihr eigenes „Joshua Camp“ errichtet haben.

In den ersten drei Tagen haben diese jungen Männer und Frauen an einer täglichen Katechese, einer Gebetsvigil, an der Anbetung des Allerheiligsten und an der heiligen Messe teilgenommen, alles im Schatten des Olympischen Stadions. Parker erklärte, diese Tage der Besinnung, des Gebets und der Meditation seien ein wichtiger Teil der Mission. „Es geht ja nicht nur um Straßenevangelisierung; es geht in erster Linie darum, unsere eigenen Herzen für die Botschaft Christi zu öffnen. Wir wollen nicht nur Worte vermitteln. Wir wollen den Menschen um uns herum Christus bringen.“

Am Dienstag schwärmte das Joshua Camp aus; die jungen Leute mischten sich unter die Sportfans und die Bewohner von London.

„Ziel des Joshua Camp ist es, die Armen und Bedürftigen zu erreichen, die am Rande der Olympischen Spiele bleiben“, erklärte Parker weiter. „Ihnen gilt unser Ruf: ‚Kommt und seht, was hier los ist‘, aber auch: ‚Kommt, und habt teil an dem Festmahl, das Gott für uns bereitet hat.‘“

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]