Sprachmanipulationen hindern Jugendliche Christus zu finden

Redebeitrag von Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin (Irland)

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VATIKANSTADT, 18. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Während der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, erklärte der Erzbischof von Dublin und Primas von Irland, Diarmuid Martin, die Bedeutung der Sprache für die Neuevangelisierung und wie die Sprachmanipulation ein Hindernis auf der Suche nach Christus darstellt.

[Wir veröffentlichen den zusammengefassten Redebeitrag in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

Die Herausforderung der Sprache macht sich vor allem in jenen Ländern bemerkbar, in denen

Englisch die vorherrschende Sprache ist, eine Sprache, die durch Sprachphilosophien charakterisiert ist, die bekannte epistemologische Herausforderungen stellen. Es gibt allerdings noch eine weitere Herausforderung der Alltagssprache, nicht nur der Medien, sondern einer Kultur der Sprachmanipulation und des Informationsmanagements, in denen die Bedeutungen der Wörter aus kommerziellen, ideologischen oder politischen Gründen verändert und manipuliert werden.

Das Problem, das ich in erster Linie ansprechen möchte, ist die Herausforderung, die diese Sprachmanipulation für die jungen Menschen bei ihrer Suche nach der Botschaft Jesu Christi darstellt. Die Jugendlichen leben in einer Kultur des Relativismus, ja der Banalisierung der Wahrheit, ohne dass sie sich dessen in den meisten Fällen überhaupt bewusst werden. Dies ist eine Kultur, die nicht sie geschaffen haben. Es ist möglich, dass sie keine andere Kultur kennen, gleichwohl aber müssen sie Christus mitten in dieser Kultur finden, auch wenn sie die Sprache des Glaubens kaum kennen.

Ich denke hier nicht an die große Zahl junger Menschen, die Stärke und Unterstützung bei Ereignissen wie etwa dem Weltjugendtag gefunden haben, aber an die unzähligen jungen Männer und Frauen, die in einem komplexen und schwierigen Augenblick ihres Lebens auf ihrer Suche nach Sinn und inmitten ihrer Klassenkameraden und Kommilitonen einsam sind, ja vielleicht sogar auf Feindseligkeit und Unverständnis stoßen, während sie versuchen, ihren Glauben an Jesus Christus zu finden oder zu behalten.

Wo ist unsere Präsenz inmitten der großen Gruppe der Studenten, vor allem unter denjenigen, deren christliche Grundausbildung in der Familie wie in der Schule vielleicht nur ganz oberflächlich war.

Die Herausforderung der Neuevangelisierung muß sich durch eine solide Gegenüberstellung von Ideen auszeichnen, nicht im Sinne einer ideologischen Aggression, sondern in dem Sinn, dass den Jugendlichen dabei geholfen werden muß, die Ideen zu verstehen.

Auf die Kultur des Individualismus kann reagiert werden durch die Schaffung einer ganzen Reihe neuer kirchlicher Gemeinschaften, nicht nur jener der kirchlichen Bewegungen, sondern im Kontext unserer Pfarreien, die die Bausteine der Eucharistischen Gemeinschaften der Zukunft sein werden.