Sri Lanka: Bischöflicher Appell findet Gehör

Treffen zwischen Staatspräsident und Apostolischem Nuntius

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JAFFNA, 6. Februar 2009 (ZENIT.org).- Ein Bischof, der in einem Akt der Solidarität mit Sri Lankas leidenden Menschen hungerte, hat sein Fasten beendet, nachdem sein Appell zur Beendigung des Leidens dem Präsidenten des Landes übergeben worden war. Der Apostolische Nuntius Mario Zenari ging mit dem von Bischof Thomas Savundaranayagam von Jaffna verfassten Dokument zu Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa und rief zu einer Beendigung der Gewalt und sofortiger Hilfe für Tausende verzweifelter Menschen auf.

Das Treffen in der Hauptstadt Colombo am 2. Februar kam aufgrund der wachsenden Sorge über die humanitäre Krise zustande, von der besonders die Vanni-Region im Norden Sri Lankas betroffen ist, wo die Regierungstruppen die als Tamil Tigers bekannten Rebellen, die die bevorstehende Niederlage abwenden wollen, in starke Bedrängnis gebracht haben. Anlass des Treffens waren auch Nachrichten über eine Reihe von Angriffen, von denen auch ein Krankenhaus im Dorf von Puthukkudiyiruppu betroffen war, wo mehr als ein Dutzend Menschen starben.



Das Dorf ist Teil eines 15 Quadratmeilen umfassenden Gebietes mitten im Kampfgebiet, das die Regierung zu einer "sicheren Zone" für mehr als 400.000 Binnenlüchtlinge erklärt hat. Berichte über Todesfälle und Verletzungen von Menschen in der so genannten sicheren Zone haben den Zorn des Bischofs auf sich gezogen, der auf das offenkundige Versagen der Regierung, das menschliche Leid zu mildern, zunehmend frustriert reagiert. Jetzt, nach sechs Tagen des Fastens und der Gebetswachen, von denen jede mindestens fünf Stunden dauerte, hofft der Bischof, dass Präsident Rajapaksa zuletzt doch auf ihn gehört hat und nun endlich handeln will.

Im Gespräch mit „Kirche in Not“ von der im Norden gelegenen Halbinsel Jaffna aus, wo seine Diözese liegt, meinte der Bischof: „Ich freue mich sehr, dass das Treffen zwischen dem Nuntius und dem Präsidenten stattfand und der Präsident unsere Sorgen um ein Ende der Kampfhandlungen und Sicherheit für die Zivilbevölkerung zur Kenntnis genommen hat.“ Nun erwarte man sich, „dass die Regierung von ihrer bisherigen Linie abweicht. Es gibt einen enormen internationalen Druck auf die Regierung, den Konflikt durch friedliche Verhandlungen zu lösen.“ Allerdings: „Bis jetzt hat niemand auf uns gehört. So entschlossen wir uns, zu beten und zu fasten in der Hoffnung, dass dies die Herzen der Verantwortlichen erweichen würde.“

Für den Bischof hat das Wohlergehen der Menschen in der „sicheren Zone“ höchste Priorität. Dort sind allein innerhalb des letzten Monats bis zu 500 Menschen, einschließlich Frauen und Kinder, durch Mörser- und Artelleriebeschuss verwundet worden. Er sagte: „Wir haben oft mit der Regierung Verbindung aufgenommen und sie gebeten, den Krieg zu beenden. Wir haben sie gebeten, keine Waffen im Bereich der „sicheren Zone“ einzusetzen wegen der großen Zahl von Menschen, die sich dort aufhalten.“

Der Bischof sagte, er mache sich besondere Sorgen um die Sicherheit von 20 Priestern und 25 Ordensfrauen innerhalb der „sicheren Zone“, eine Sorge, die, wie er sagte, der Präsident Rajapaksa teile. Inzwischen hat das britische Büro von „Kirche in Not“ eine weitere Hilfssendung im Wert von knapp £ 20.000 verschickt, die von Bischof Savundaranayagam verteilt werden soll. Der Bischof erläuterte, dass das Geld Menschen überall in der Jaffna-Provinz helfen werde. Es fehle ihnen an Grundnahrungsmitteln und Unterkünften.

Viele der Hilfesuchenden waren unter den mehr als 600 Menschen, die ihn bei der Gebetswache begleiteten, die innerhalb und um die Kathedrale in Jaffna und Kirchen in der Umgebung stattfanden.