Sri Lanka: Flammender Appell der Bischöfe zur Beendigung des bewaffneten Konflikts

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COLOMBO, 28. Februar 2007 (ZENIT.org).- Nachdem die Botschafter der USA und Italiens in Sri Lanka durch einen gezielten Mörserangriff der „Befreiungstiger von Tami-Eelam“ („Liberation Tigers of Tamil Eelam“) leicht verletzt wurden, hat der Erzbischof von Colombo die Weltkirche dazu aufgerufen, für den Frieden im Inselstaat zu beten.



„Radio Vatikan“ berichtete am Dienstag über diesen Appell von Erzbischof Oswald Gomis. Beim erwähnten Anschlag war der Hubschrauber, in dem sich die beiden Botschafter aufhielten, kurz nach der Landung in Batticaloa beschossen worden.

Erzbischof Gomis wies in seiner Erklärung darauf hin, dass so etwas „noch nie der Geist von Sri Lanka gewesen war. Wenn man auf die vergangenen 20 bis 30 Jahre zurückblickt, so haben wir alle als Brüder und Schwestern einer einzigen Gemeinschaft gelebt; die Freundschaft war also tief und eng.“

Die Bischofskonferenz von Sri Lanka lädt alle Gläubigen in einem gemeinsamen Hirtenbrief zur Fastenzeit 2007, der vor kurzem vorgestellt wurde, dazu ein, für ein Ende des bewaffneten Konflikts zu beten.

Wie AsiaNews berichtete, erinnern die Hirten in ihrer Botschaft daran, dass man in einer Zeit, in der im ganzen Land unermessliches Leid erfahren werde, „in eine Zeit der Buße und des Kampfes gegen das Böse“ eingetreten sei. Das Schreiben ist ein flammender Appell an die Christen, jede Not zu lindern und alles zu tun, was in ihrer Macht steht, „um Hass, Habsucht, Misstrauen, Intoleranz und Unrecht, die die Ursache für unser Elend sind, auszurotten.“ Der Herr erwarte von den Gläubigen gerechte Taten, tatkräftige Liebe und die Demut, ständig mit Gott verbunden zu bleiben.

Die Bischöfe ermutigen die Christen zudem, die traditionellen Frömmigkeitsübungen hochzuhalten, damit die Fastenzeit „eine Zeit der tiefen Bekehrung des Herzens und der durchbeteten Fürsprache werden kann, die unser Land von dieser Konfliktsituation befreit“. Und sie fügen hinzu: „Lasst uns alles tun, was in unserer Macht steht, um den Geist der Bekehrung und der Versöhnung in unserer Nachbarschaft zu fördern. Mögen die heiligen Wundmale Christi uns in dieser Zeit der Krise zum Schutz werden und uns allen die Heilung von unseren eigenen Wunden und Krankheiten schenken, die wir benötigen.“

Die Bischöfe Joseph Vianney Fernando und Vincent Marius Peiris, der Vorsitzende beziehungsweise der Sekretär der Bischofskonferenz von Sri Lanka, die diesen Aufruf ebenfalls unterzeichnet haben, hatten bereits im Januar ihre Stimmen im Namen der Unschuldigen erhoben und entschlossene Schritte in Richtung Frieden gefordert

Sie drückten damals ihre Bestürzung über die zahlreichen Morde und Entführungen aus, die aufgrund der wiederholten Verletzung des Waffenstillstandabkommens auftraten. Das Übereinkommen aus dem Jahr 2002 hatte das Ziel, den 20 Jahre währenden Konflikt zwischen den Regierungstruppen und den Angehörigen der „Befreiungstiger“ zu beenden.