Staatssekretariat kritisiert Druck auf Konklave-Kardinäle durch unüberprüfbare oder falsche Meldungen

Kommuniqué mahnt: keine Beeinflussung der Entscheidungen durch öffentliche Meinung

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 856 klicks

In einem Kommuniqué hat das vatikanische Staatssekretariat am Samstag den zu beobachtenden Druck auf die Kardinäle, die am künftigen Konklave teilnehmen werden, kritisiert.

Es heißt:

„Die Freiheit des Kardinalskollegiums, dem von Rechts wegen die Aufgabe zukommt, den Römischen Papst zu wählen, wurde vom Heiligen Stuhl stets entschieden verteidigt, um zu garantieren, dass die Wahl auf Einschätzungen beruht, die allein auf das Wohl der Kirche ausgerichtet sind.

Im Laufe der Jahrhunderte waren die einzelnen Kardinäle und das Kollegium als Ganzes verschiedenen Formen des Drucks ausgesetzt, der darauf abzielte, die Entscheidungen zu beeinflussen und sie der Logik politischer oder weltlicher Interessen unterzuordnen.

Während in der Vergangenheit die so genannten Mächte, d.h. die Staaten, versuchten, ihren Einfluss auf die Papstwahl geltend zu machen, wird heute versucht, das Gewicht der öffentlichen Meinung ins Spiel zu bringen. Diese basiert oft auf Einschätzungen, die den typisch spirituellen Aspekt des Augenblickes, den die Kirche gegenwärtig durchlebt, nicht erfassen.

Es ist bedauerlich, dass sich mit dem näher rückenden Beginn des Konklaves, bei dem die wählenden Kardinäle vor ihrem Gewissen und vor Gott dazu verpflichtet sind, ihre Wahl in vollkommener Freiheit zum Ausdruck zu bringen, die Verbreitung unüberprüfter, unüberprüfbarer oder sogar falscher Meldungen häuft, die Personen und Institutionen erheblichen Schaden zufügen.

In Augenblicken wie diesen richten die Katholiken ihre Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: Sie beten für Papst Benedikt, auf dass der Heilige Geist das Kardinalskollegium mit seinem Licht erleuchten möge, und sie beten für den zukünftigen Papst im Vertrauen darauf, dass das Geschick des Schiffes Petri in Gottes schützenden Händen ruht.“