Städte für das Leben, Städte gegen die Todesstrafe

10 Jahre internationale Kampagne Cities for Life

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WÜRZBURG, 28. November 2012 (ZENIT.org/CSG). ‑ Am 30. November 2012 findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio zum zehnten Mal der internationale Aktionstag „Cities for Life“ gegen die Todesstrafe statt. Der 30. November wurde für die Kampagne gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.

Derzeit beteiligen sich mehr als 1500 Städte in 87 Ländern der Welt an der Aktion. In vielen Städten wird an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders angestrahlt: in Rom das Kolosseum, in Paris das Haus von Victor Hugo, in Berlin der Rathausturm, in Nürnberg die Straße der Menschenrechte. Andere Städte führen besondere Veranstaltungen zum Thema durch und bringen so ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck. In Deutschland sind bisher 147 Städte der Kampagne beigetreten (u.a. Aachen Berlin, Bielefeld, Bremen, Hamburg, Konstanz, Leipzig, Mönchengladbach, Schwerin, Stuttgart, Weimar, Würzburg, und Winnenden).

Am 19. November 2012 verabschiedete die Dritte Kommission der Generalversammlung der UNO mit der bisher höchsten Zahl an Ja-Stimmen eine Resolution, die ein allgemeines Moratorium der Todesstrafe fordert: mit 110 Stimmen bei 39 Gegenstimmen.

Am 27. November tagte in Rom auf Einladung der Gemeinschaft Sant’Egidio der VII. Internationale Kongress der Justizminister mit dem Titel „Für eine Welt ohne Todesstrafe“. Neben der italienischen Justizministerin Paola Severino sprachen dort Robert Badinter aus Frankreich sowie weitere Justizminister und internationale Akteure der Kampagne gegen die Todesstrafe. Persönlichkeiten aus etwa 20 Ländern der Welt nahmen teil. Der Kongress hat in den letzten Jahren die Prozesse zur Abschaffung der Todesstrafe in Ländern wie Gabun, der Mongolei und Usbekistan begleitet und den Konsens für die UNO-Resolution über ein universales Moratorium gestärkt.

Im Kampf gegen die Todesstrafe konnten in der letzten Zeit weitere Fortschritte erzielt werden: In den USA haben mit Illinois im Jahr 2011 und mit Connecticut im April 2012 nunmehr 17 Staaten die Todesstrafe abgeschafft. In Asien hat sich die Mongolei 2011 für die Abschaffung der Todesstrafe entschieden, gleiches gilt für Benin in Afrika im Juli 2012. Der tunesische Ministerrat leitete am 4. Februar 2011 die ersten Schritte zur Abschaffung der Todesstrafe ein. Nunmehr wird in 140 Staaten der Erde die Todesstrafe nicht mehr praktiziert, 58 Staaten wenden sie weiterhin an.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in mehr als 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe. Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe sammelte die Gemeinschaft bisher ca. 5,5 Millionen Unterschriften. Am 2. November 2007 wurde ein erster Teil der Unterschriften dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung übergeben. Zudem pflegen Mitglieder von Sant’Egidio weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele von ihnen durch ihren persönlichen Einsatz.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Gemeinschaft Sant’Egidio gegen die Todesstrafe finden Sie im Internet hier.