Stammzell-Debatte: Posselt (CSU) schlägt Vier-Punkte-Plan für den Lebensschutz vor

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MÜNCHEN, 15. Februar 2008 (ZENIT.org).- Gegen eine Aufweichung des deutschen Stammzell-Gesetzes hat sich der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt ausgesprochen. Das würde bedeuten, auch „den Schutz ungeborener Menschen“ aufzuweichen.



Posselt – Mitglied des CSU-Parteivorstandes und der EVP-Arbeitsgruppe „Bioethik“ im Europäischen Parlament – schlägt nach einer heute veröffentlichten Presseerklärung einen „Vier-Punkte-Plan für den Lebensschutz“ vor, den CDU und CSU entwickeln und für den sie Verbündete in anderen Fraktionen suchen sollten. Das deutsche Stammzell-Gesetz mit seinem alten Stichtag sei mittels eines fünfjährigen Moratoriums unangetastet zu lassen, so die erste Forderung. Die derzeit sehr erfolgreiche Forschung mit adulten, also von Erwachsenen gewonnenen Stammzellen könne bis dahin soweit sein, dass sich die „zutiefst unmoralische“ Nutzung getöteter Embryonen erübrige.

Die drei weiteren Forderungen im Rahmen dieses Lebensschutz-Programms sind: ein Verbot der künstlichen Befruchtung, solange dadurch so genannte „überzählige“, also zum Tode verurteilte Embryonen entstehen; ein Gesetz gegen Spätabtreibungen und schließlich eine staatlich geförderte Kampagne gegen Abtreibung an sich.

„Warum soll es möglich sein, das Bewusstsein gegen das Rauchen zu schärfen, aber nicht gegen den Skandal, dass in Deutschland jährlich die Einwohnerzahl einer Großstadt im Mutterleib getötet wird?“, fragt Pösselt.

Das Plenarprotokoll der gestrigen Stammzell-Debatte im Deutschen Bundestag kann online eingesehen werden.