Starker Anstieg des Frauenhandels zur Fussballweltmeisterschaft befürchtet

Kardinal Napier sieht Gefahr für ansteigende Verbreitung des HIV Virus und von AIDS

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ROM, 18. November 2009 (ZENIT.org).- Einen starken Anstieg des Handels mit Frauen, die anlässlich der Fußballweltmeisterschaft, die 2010 in Südafrika stattfindet, zur Prostitution gezwungen werden befürchten die Bischöfe in Afrika.

Kardinal Wilfrid Fox Napier, Erzbischof der südafrikanischen Diözese Durban, der sich zur Vollversammlung der Kongregation zur Evangelisierung der Völker in Rom aufhält, sieht darin eine Gefahr für die Verbreitung des HIV Virus und von AIDS.

Die Katholische Kirche hat deshalb zusammen mit anderen christlichen Gemeinschaften und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen eine Aufklärungskampagne auf den Weg gebracht, die der Bevölkerung dabei helfen soll, Opfer des Menschenhandels zu erkennen und ihnen Hilfe anzubieten, so der Kardinal.

Die Kampagne gegen den Menschenhandel wird vom Counter Trafficking in Persons Des (CTIP) getragen, die von der SABC in Zusammenarbeit mit der Leadership Conference of Consecrated Life (LCCL) in Südafrika eingerichtet wurde, nachdem dies von 6 Frauenorden angeregt wurde, die ihre Mutterhäuser in Südafrika haben.

Schon Anfang November hatte der Sprecher der SACBC (Bischofskonferenz des Südlichen Afrika), P. Chris Townsend im Gespräch mit dem Fidesdienst davor gewarnt:„Südafrika ist eine Art ‚Zentrum’ für den Menschenhandel geworden“, so P. Townsend für die SACBC, in der sich die Bischöfe von Südafrika, Botswana und Swaziland zusammengeschlossen haben.

„Kriminelle Organisationen aus aller Welt, aus Nigeria, Italien, Libanon oder China schicken Frauen nach Südafrika, damit sie sich hier prostituieren, andere wiederum werden aus demselben Grund aus Südafrika nach Europa und in die Länder des Persischen Golf geschickt. Die vielen Touristen und Fans die zur Fußballweltmeisterschaft ins Land kommen werden, sind für viele Organisationen die Prostitution und Menschenhandel betreiben eine verlockende Gelegenheit Es befinden sich schon viele Frauen aus aller Welt auf dem Weg, nicht nur aus anderen afrikanischen Ländern, sondern auch aus Asien und Europa.“

Das Hilfsprogramm für die Opfer des Menschenhandels gehört zu den wichtigsten Initiativen der katholischen Kirche als Antwort auf die Bitte des Weltfußballverbandes FIFA (Fédération Internationale de Football Association) zur Fußballweltmeisterschaft mindestens 50.000 freiwillige Helfer zur Verfügung zu stellen. Dieser Bitte folgten viele Südafrikaner mit Begeisterung, so dass die Zahl derer, die sich als freiwillige Helfer zur Verfügung stellen wollen, doppelt so hoch ist, wie die angefragte Zahl. Informationen zu den Aktivitäten der katholischen Kirche mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft enthält eine eigens dafür eingerichtete Website der SABC (2010 World Cup: Church on the Ball!- http://www.churchontheball.com/).