Start des Studiengangs islamische Theologie

Ab Wintersemester an der Universität Tübingen Ausbildung für islamische Religionslehrer und Imame

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TÜBINGEN, 30. September 2011 (ZENIT.org). – 24 Studenten starten im folgenden Wintersemester an der Universität Tübingen den neuen Ausbildungsgang für islamische Religionslehrer und Imame. Das achtsemestrige Bachelorstudium soll als bekenntnisorientiertes Fach Theologie mit geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen verbinden.

 Universitätsrektor Bernd Engler stellte heute den Leiter des neu geschaffenen Zentrums für islamische Theologie, Omar Hamdan, vor. Zum Wintersemester ist außerdem die Berufung von zwei Juniorprofessoren geplant.

Bei der Besetzung der Lehrstühle gilt ein Verfahren, das dem der theologischen Fakultäten ähnelt: Die Universität prüft die wissenschaftliche Eignung, dann muss ein aus Vertretern muslimischer Verbände und Einzelpersonen gebildeter Beirat der Berufung zustimmen. Die Beiräte haben die Aufgabe, Inhalte und der Ausrichtung eines theologischen Studienfachs zu bestimmen, die nicht im Kompetenzbereich des weltanschaulich neutralen Staates liegen .

In der Endphase wird es in Tübingen sechs Lehrstühle geben. Das Ausbildungszentrum soll eng mit den beiden theologischen Fakultäten der Universität sowie mit der Heidelberger Hochschule für jüdische Studien (HfjS) zusammenarbeiten.

Die Stiftung Mercator kündigte an, Tübingen in ein Programm zur Ausbildung von Doktoranden in islamischer Theologie aufzunehmen. Nach Schätzungen des Bundesbildungsministeriums werden in den nächsten Jahren rund 2.000 islamische Religionslehrer für rund 700.000 muslimische Schüler benötigt.