Stasi-Bespitzelung Joseph Ratzingers

Ein Dutzend inoffizielle Mitarbeiter

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ERFURT, 14. September 2011 (ZENIT.org). – Laut Berichten des Mitteldeutschen Rundfunks am Wochenende waren auf den damaligen Joseph Ratzinger als hohem Kirchenvertreter ungefähr zwölf sogenannte inoffizielle Mitarbeiter seit den 70er Jahren zur Bespitzelung angesetzt.

Nach dem Bericht der ARD-Anstalt von Sonntagabend (11.09.2011) hat die DDR-Staatssicherheit (MfS) auch in den Dienstgesprächen mit zwei Generalsekretären der Berliner Bischofskonferenz der katholischen ostdeutschen Bischöfe Erkundigungen eingezogen. Einer der beiden Beschuldigten sei inzwischen jedoch nachweislich entlastet, so der Theologe Josef Pilvousek von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt gegenüber Domradio.

Grundsätzlich sei fast jeder hochrangige Bürger aus dem Westen in den Blick der Stasi geraten, so der Theologe weiter: „Vor allem Kirchenvertreter. Die Kirche galt in der DDR als Hort des Kapitalismus. Und Joseph Ratzinger war neben Karl Rahner der berühmteste Theologe zu dieser Zeit.“

Das MfS interessierte sich laut MDR-Bericht bei einem Thüringenbesuch schon im Jahr 1974 für den damaligen Theologieprofessor, habe damals jedoch keine geeigneten Informanten gehabt. Mit wachsender Bedeutung Ratzingers in der katholischen Kirche habe jedoch die Auslandsabteilung der Staatssicherheit die Beobachtung übernommen und mindestens ein Dutzend Inoffizielle Mitarbeiter auf ihn angesetzt.

So gaben laut MDR zwei DDR-Universitätsprofessoren Berichte über Ratzinger ab. Unter den Spitzeln aus der Bundesrepublik seien ein Benediktinerpater aus Trier und mehrere Journalisten gewesen. Nach MDR-Recherchen gab es auf mehreren hundert Seiten Informationen des MfS über Ratzinger, die allerdings wenig aussagekräftig seien. Die einzelnen Berichte seien fast vollständig gelöscht worden. Erhalten seien nur registerartige Karteien mit grundlegenden Informationen über Autor und Anlass der Informationssammlung.

Wenn Papst Benedikt XVI. am 23. und 24. September nach Thüringen kommt, wird der MDR live berichten. Mit kommentieren wird dann auch Josef Pilvousek.