Steigende Zahl der Priesterberufungen in Asien, Afrika, Nord- und Südamerika und Ozeanien

Explosionsartiges Wachstum in Asien, Rückgang in Europa und dem Mittleren Osten

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Von Jan Bentz

ROM, 26. Juni 2012 (ZENIT.org). – Die „Pastoralen Richtlinien zur Förderung der Berufungen zum Priestertum“ wurden am gestrigen Vormittag in der Halle Johannes Pauls II. des Pressebüros des Heiligens Stuhls von der Kongregation für das katholische Bildungswesen und des Päpstlichen Werkes für Priesterberufungen vorgestellt. Nach der Einführung und Vorstellung des ersten Teils des Dokuments durch Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der Kongregation für das katholische Bildungswesen, erläuterte Msgr. Angelo Vicenzo Zani, Untersekretär des Dikasteriums, die weltweiten Statistiken über Seminaristen und Theologie-und Philosophiestudenten.

Zani wies darauf hin, dass es interessant sei, die Entwicklung der Berufungen zum Priestertum in den letzten zehn Jahren anhand der Philosophie- und Theologiestudenten anzuschauen und die Zahlen in den Diözesanseminaren mit der Entwicklung der Ordensgemeinschaften zu vergleichen.

Die Statistik zeigt die Entwicklung der einzelnen Erdteile und Regionen zwischen den Jahren 2000 und 2010:

In Afrika ist die Anzahl der Kandidaten in diözesanen Seminaren und Ordensgemeinschaften von 20.383 im Jahr 2000 auf 26.924 im Jahr 2012 gestiegen, was einen Zuwachs von 6.611 Kandidaten bedeutet.

Ein leichter Rückgang ist in Zentralamerika (Costa Rica, El Salvator, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und Panama) zu verzeichnen. Im Jahr 2000 gab es 8.595 Studenten gegenüber 8.382 im Jahr 2010. Auf den Antillen dagegen stieg die Zahl von 1.180 auf 1.421 an.

Auch in Nordamerika ist ein Wachstum an Berufungen zu verzeichnen. So stieg die Anzahl der Philosophie- und Theologiestudenten im entsprechenden Zeitraum von 5.646 auf 5.749. Wachstum ist vor allem in Diözesanseminaren zu verzeichnen, die Anzahl der Ordensleute blieb fast identisch (1.770 im Jahre 2000 gegenüber  1.777 im Jahre 2010).

Auch in Südamerika ist ein leichter Zuwachs zu erkennen: 20.791 im Jahr 2000 gegenüber 20.919 im Jahre 2010.

Ein explosionsartiges Wachstum gibt es in Asien: Im diözesanen Bereich stieg die Zahl der Kandidaten von 25.174 im Jahr 2000 auf 33.282 im Jahr 2010. Dabei verzeichneten die Ordensgemeinschaften das größte Wachstum: von 11.171 auf  17.637  im Jahr 2010.

Europa hingegen erleidet einen starken Rückgang von 26.879 im Jahr 2000 auf 20.564 im Jahr 2010. Der Rückgang bezieht sich vor allem auf die Diözesanseminare, von 17.611 auf 12.821, bei den Ordensgemeinschaften (von 9.268 auf 7.743) ist er etwas weniger gravierend.

Auch im Mittleren Osten ist ein Rückgang der Berufungen zu erkennen, von 832 Seminaristen im Jahr 2000 auf 689 im Jahr 2010.

In Ozeanien hingegen sind die Zahlen im Wachsen, 923 begannen ihr Studium im Jahr 2000, 1.060 im Jahr 2010. Der Zuwachs betrifft vor allem die Diözesen (von 604 auf 672), während die Zahl der Ordensberufungen gesunken ist (von 319 auf 249).