Sterbehilfe in Belgien

Vatikan spricht von Verbrechen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 357 klicks

Am vergangenen Donnerstag hat das Parlament in Brüssel die aktive Sterbehilfe für Kinder unter 12 Jahren für legal erklärt. Die belgischen Bischöfe reagierten darauf mit einer dezidierten Stellungnahme: „Ein Verbrechen, das den Weg freimacht für weitere Attentate auf das Leben“.

Der ehemalige Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben und einer der namhaftesten Lebensschützer, Kardinal Elio Sgreccia, sagte in einem Gespräch mit Radio Vatikan, Kinder seien mittlerweile Opfer von Angriffen aus mehreren Richtungen geworden. Vor ein paar Monaten hätten zwei Forscher sogar die Abtreibung nach der Geburt vorgeschlagen, so Sgreccia. Er sagte:

„Nach ihrer Argumentation müssen die Gründe, aus denen in der Gesellschaft heute Abtreibungen gerechtfertigt werden, juristisch gesehen doch auch noch nach der Geburt gelten: bei Kindern, die krank sind oder Missbildungen haben. Es ist monströs, was mit Kindern geschieht, nicht nur vor, sondern auch nach der Geburt.“

In Belgien erlebe man nun, wie Abtreibung und Euthanasie im Bereich der Kinder zusammenliefen.

„Das ist grausam! Schrecklich, wenn man nur daran denkt, was da geschieht! Wirklich, in der Welt fehlt es an Liebe, denn ein bisschen Mitleid und menschliches Mitgefühl würde doch schon genügen, um bestimmte Dinge auszuschließen.“

Obgleich Belgien eine katholische Tradition hat, hatten sich bei Umfragen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung für das neue Sterbehilfegesetz ausgesprochen. Auf die Frage hin, wie die Kirche diese Menschen erreichen könne, sagte Sgreccia:

„Ich glaube, es gibt schon erste Anzeichen für einen Umschwung. Das fängt damit an, dass diese Käseglocke über der westlichen Welt, die „Wohlstand, Lust, Nutzen“ hieß, zerbrochen ist. Sie hatte bislang dazu geführt, dass man das Glas des Glücks schnell hinunterkippt und dann, mit dem Leben selbst, hinter sich wirft.“