Sterben ist kein Störfaktor

Unschätzbar wertvoller Dienst des Hospiz- und Palliativ-Verbandes

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BONN, 31. Oktober 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat einen verstärkten gesellschaftlichen Einsatz für die Hospiz- und Palliativarbeit gefordert. In einem Grußwort zum 20-jährigen Bestehen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) würdigte Erzbischof Zollitsch gleichzeitig den oft selbstlosen Einsatz von Pflegern, Begleitern und Angehörigen.

„Im täglichen Einsatz für ihre Mitmenschen setzen sich unter anderem Ärzte, Pfleger, die Angehörigen der psychosozialen Dienste und die kirchliche Seelsorge in den Einrichtungen der stationären und ambulanten Palliativ- und Hospizversorgung dafür ein, den letzten Lebensabschnitt schwerstkranker und sterbender Menschen würdevoll zu gestalten“, so Erzbischof Zollitsch. „Sie machen deutlich, dass Sterben kein Störfaktor ist, sondern als Teil des Lebens einer humanen Begleitung bedarf. Somit stellen sie dem Wunsch nach assistierter Selbsttötung und aktiver Sterbehilfe eine überzeugende Alternative gegenüber.“ Zollitsch hob hervor, dass im vergangenen Jahr die Bundesärztekammer notwendigerweise bei der Anpassung ihrer Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung erklärt habe, dass die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung keine ärztliche Aufgabe sei. „Vielmehr ermöglichen es uns die Erkenntnisse und Fähigkeiten heutiger Medizin und Pflege, auch mit schwerstkranken Menschen in einer Weise umzugehen, dass ein erstaunliches Maß an Lebensqualität bis zu ihrem Tod erhalten werden kann“, so Zollitsch.

Mit seinem Einsatz erweise der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband Menschen in existenziellen Grenzsituationen ihres Lebens, aber auch der Gesellschaft als ganzer, einen unschätzbaren Dienst. Solidarität und ein respektvolles Miteinander der Generationen ständen dabei stets im Mittelpunkt. Dem Verband sei es entscheidend gelungen, die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen.

Die katholische Kirche sei Träger zahlreicher ambulanter und stationärer Einrichtungen für Palliativ- und Hospizversorgung. Unter anderem stelle der Deutsche Caritasverband ein breites Angebot für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen bereit. „Insbesondere in der letzten Phase des Lebens stehen die Linderung der Schmerzen sowie eine fundierte und zugewandte Seelsorge im Mittelpunkt.“ Erzbischof Zollitsch würdigte vor allem das Engagement der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter. „Ihnen, die den hingebungsvollen Dienst am Menschen als Ausdruck ihres Christseins verstehen, gilt meine höchste Anerkennung und Wertschätzung. Diese Arbeit muss einen höheren Stellenwert erhalten. Sie erfordert Solidarität und ein respektvolles Miteinander der Generationen“, so Erzbischof Zollitsch.