Still sein, um die Zärtlichkeit Gottes wahrzunehmen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 450 klicks

In der Vorbereitung auf Weihnachten tue es allen gut, ein wenig still zu sein, um Gott hören zu können, der zu uns mit der Zärtlichkeit eines Vaters spreche. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. In seinen Überlegungen bezog sich der Papst auf die erste Lesung des heutigen Tages, Jesaja 41,13-20.

„Wenn ein Kind einen schlechten Traum hat, wacht es auf, weint… Papa geht hin und sagt: Hab keine Angst, hab keine Angst, ich bin hier, hier. So spricht der Herr zu uns. ‚Fürchte dich nicht, armer Wurm Jakob, Würmlein Israel‘. Der Herr spricht auf diese Weise mit uns: Er nähert sich… Wenn wir einen Vater oder eine Mutter sehen, die mit ihrem Kind sprechen, sehen wir, dass auch sie klein werden und mit der Stimme und den Gesten eines Kindes sprechen. Jemand der dies von außen betrachtet kann denken: Sie sind lächerlich! Sie machen sich klein, nicht wahr? Denn die Liebe des Vaters und der Mutter muss sich annähern, ich benutze dieses Wort: sich erniedrigen, wie es die Art und Weise des Kindes ist. Und ja: Wenn Papa und Mama normal mit ihm sprechen, versteht das Kind trotzdem; aber sie wollen die Art und Weise des Kindes annehmen. Sie nähern sich an, sie werden zu Kindern. Und so ist unser Herr.“

Der Pontifex sagte ferner:

„Und dann sagen der Papa und die Mutter auch ein bisschen lächerliche Dinge zu dem Kind: ‚Ah, mein Liebling, mein Schätzchen..‘ und all diese Dinge. Auch der Herr sagt dies: ‚Armer Wurm Jakob, du bist wie ein Wurm für mich, ein kleines Ding, aber ich liebe dich sehr.‘ Das ist die Sprache des Herrn, die Sprache der Liebe eines Vaters, einer Mutter. Wort Gottes? Ja, hören wir das, was er uns sagt. Aber sehen wir auch, wie er es uns sagt. Und wir müssen das tun, was der Herr uns sagt, und es tun, wie er es uns sagt: mit Liebe, mit Zärtlichkeit, mit Entgegenkommen gegenüber den Brüdern.“

Gott sei wie ein „sanfter Wind“, ein „Klang der Stille“. Papst Franziskus beschloss seine Betrachtung mit den Worten:

„Das ist die Musik der Sprache des Herrn, und wir müssen sie in der Vorbereitung auf Weihnachten hören: Es wird uns gut tun, sie zu hören. Normalerweise scheint Weihnachten ein sehr lautes Fest zu sein: Es wird uns gut tun, ein bisschen still zu sein und die Worte der Liebe zu hören, diese Worte der Nähe, die Worte der Zärtlichkeit… ‚Du bist ein Wurm, aber ich liebe dich sehr!‘ Aus diesem Grund. Und still sein, in dieser Zeit, in der wir Wächter in Erwartung sind.“