Stimme der Frauen bei der Synode

„Die Schwestern und Mütter Afrikas tragen unseren Kontinent auf ihrem Rücken und in ihrem Herzen.“

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ROM, 7. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Dass der „spezielle weibliche Genius“ einen Beitrag zu den Plänen der bischöflichen Synode in Afrika leisten wird, hofft Sr. Elisa Kidané SMC, Beraterin der Comboni-Missionare. „Die Schwestern und Mütter von Afrika tragen unseren Kontinent auf ihrem Rücken und in ihrem Herzen“, so Kidané.

An der Zweiten Bischofssynode in Afrika, die am Sonntag begonnen hat und bis zum 25. Oktober dauern wird, sind auch Frauen präsent (ZENIT berichtete ). Sr. Elisa Kidané ist als „Expertin“ dabei. Bereits vergangenen Donnerstag hielt sie einen Vortrag bei einer Konferenz über bischöfliche Zusammenkünfte im Palazzo Valentini in Rom.

„Viele Fehler der Missionsarbeit im 20. Jahrhundert sind auf die fehlende Berücksichtigung des weiblichen Elements zurückzuführen“, so Kidané. Ihr Augenmerk galt dabei jenen Frauen, die „vielen Formen von Ungerechtigkeit ausgesetzt sind“ oder „denen eine niedrigere Rolle zugewiesen“ wird. Man müsse ihnen die Chance geben „ihre Rolle als Erzieher, Förderer, [und] Protagonisten des Lebens auszuüben.“ Kidané betonte: „Weder fühle ich mich als Sprecherin der Frauen von Afrika, noch gebe ich vor es zu sein, aber aufgrund meiner kleinen Erfahrung weiß ich genau, was ich will“.

Sie äußerte die Bitte, Frauen „mit den Augen von Jesus“ zu sehen, der es „verstand, in Frauen Co-Protagonisten in seinem Erlösungsplan zu entdecken; schließlich war es ja eine Frau, der er den Dienst der Verkündigung der frohe Botschaft anvertraute: ‚Geh zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater’ (Joh 20, 17)“. Kidané forderte „gleiche Möglichkeiten auf berufliche Bildung für Ordensschwestern und weibliche Laien“. Weiters solle die Vision der Frauen geweitet werden, sodass sie nicht nur als Mütter oder Ordensschwestern gesehen werden. Es gehe hier nicht primär um ein „feministisches Verlangen“; vielmehr „sehen wir als Mütter des Kontinents die Dringlichkeit, unsere Stimme zu erheben.“

Die Ordensschwester setzte fort: „Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Söhne und Töchter wie eine Zielscheibe des Spott behandelt werden, und zwar von Ländern, die noch eben unsere Rohstoffe gestohlen haben und uns bis heute wie abgelaufene oder benützte Handelsware behandeln.“ Und: „Wir haben genug von globalen Gipfeltreffen, bei denen man redet und redet und redet, aber tatsächlich wenig oder nichts bei uns zu Hause passiert. Wir hätten auch gerne, dass unsere Priester jene ermahnen, die sich im illegalen Handel von Waffen, Diamanten, Öl mit unseren Regierungen beteiligen, und unsere Leute dabei auf der Straße lassen“.

Frauen im Kampf gegen Hungersnot und Unterentwicklung

<>Auch Myriam García Abrisqueta, Präsidentin von „Manos Unidas” (Vereinte Hände) und weitere Teilnehmerin an der Synode, betonte im Gespräch mit ZENIT ebenfalls, es sei eine besondere Verantwortung, als Frau an der Afrikasynode teilzunehmen. Als „Auditor“ bei der Synode gelte es, ihre Erfahrungen aufgrund ihrer Arbeit in Afrika mit anderen Teilnehmern zu teilen: „Die Synode ist eine exzellente Gelegenheit, die Horizonte zu erweiten und mehrere Gesichtspunkte kennen zulernen. Ich bin begeistert über informelle Kontakte abseits des Auditoriums. Man ist nicht alle tage in der Lage, mit einer so großen Vertretung eines Kontinents in Kontakt zu treten“.  

Ihre katholische Organisation vereint Frauen, die Armut, Hunger, Unterernährung, Krankheit, Mangel an Bildung und Unterentwicklung bekämpfen. Die meisten Entwicklungsprojekte von „Manos Unidas“ finden in Afrika statt. Letztes Jahr waren es 305. Abrisqueta betonte: „Auf diesem Kontinent arbeiten wird am meisten. Das ist auch sinnvoll, da wir uns der Entwicklung widmen und besonders viele Gegenden mit sehr rauen Situationen in Afrika sind.“ Myriam García Abrisqueta erklärte, sie nehme mit der Einstellung „zu hören und unsere Bande zu vertiefen“ und um „die Kirche zu hören“ teil.

Sie wolle auch unterstreichen, was Papst Benedikt in seiner Enzyklika „Caritas in Veritate“ über wesentliche und echte Entwicklung schrieb. Unter Bezugnahme auf das Schreiben des Papstes über das Problem der Ernährungsunsicherheit und der Notwendigkeit von langfristigen Lösungen erwähnte sie die „Beseitigung struktureller Ursachen für die Unsicherheit und die Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung in den ärmsten Ländern durch Investitionen in ländliche Infrastruktur, Bewässerungsanlagen, Transport, Marktorganisation, Bildung und Verbreitung von geeigneten landwirtschaftlichen Techniken, die fähig sind, menschliche, natürliche und sozio-ökonomische Ressourcen am besten zu nützen“. Und: „Der Papst weist auch auf die Notwendigkeit hin, lokale Gemeinschaften in die Entscheidungen mit einzubeziehen. Diese Worte beschreiben wunderbar das Modell, das wir in ‚Manos Unidas’ einzuführen versuchen.“

Benedikt XVI. begrüßte unter Anerkennung der Arbeit von „Manos Unidas“ ihre Präsidentin und eine Gruppe freiwilliger Mitarbeiter am Mittwoch. Kürzlich berief er Abrisqueta auch als Mitglied zum Päpstlichen Konzil Cor Unum.