"Stolperstein" für Erzpriester Dr. Benno Scholze in Pirna verlegt

Entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und Glaubenszeuge

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 204 klicks

Zum Gedenken an den katholischen Erzpriester Dr. Benno Scholze (1891-1966) wurde am 6. Dezember 2013 vor der Pfarrkirche St. Kunigunde ein „Stolperstein“ verlegt, wie das Bistum Dresden berichtet.

Das Projekt „Stolpersteine“ wurde von dem Künstler Gunter Demnig konzipiert. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, mit diesen Worten erklärt der deutsche Künstler Gunter Demnig sein Projekt der „Stolpersteine“. „Stolpersteine“ sind Kunstdenkmäler, die an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Auf einer kleinen Messingplatte, die auf einen Pflasterstein montiert wird, werden Name, Geburtsjahr, Deportationsjahr und Angaben zum Schicksal der Person vermerkt. Seit der „Erstverlegung“ der „Stolpersteine“ in den frühen 90er Jahren wurden an rund 700 Orten über 32.000 „Stolpersteine“ verlegt. Das Projekt sei vor dem Hintergrund der großen Ignoranz und Unwissenheit in Bezug auf die Verfolgung und Deportation von Juden, politischen Flüchtlingen, Sinti und Roma, Homosexuellen und Euthanasieopfern entstanden, so Demnig.

Der jüngst in Pirna verlegte „Stolperstein“ soll an den Erzpriester Dr. Benno Scholze erinnern, der seit 1938 in Pirna als Pfarrer tätig war und am 15. Januar 1941 von der Gestapo verhaftet wurde, da er sich unermüdlich gegen den Nationalsozialismus äußerte. Scholze wurde am 16.10.1891 in Radibor geboren. Er studierte Theologie in Prag; seine Studien schloss er 1920 mit einer Promotion ab. Seine Priesterweihe erfolgte am 12. August 1916. Von 1916 bis 1926 war Scholze als Kaplan in verschiedenen Gemeinden in Leipzig tätig. Von 1926 bis 1937 arbeitete er als Pfarrer in Makranstadt.

Nach seiner Verhaftung überlebte Scholze vier Jahre im Konzentrationslager in Dachau, wohin er am 25. März 1941 deportiert worden war. Nach seiner Entlassung aus der Haft am 12. Juli 1945 nahm Benno Scholze seine Tätigkeit als Priester wieder auf und übte sie bis zu seinem Tod am 4. August 1966 in Pirna aus.