Stolpersteine für drei Katholiken

Die Gedenktafeln aus Messing erinnern an die NS-Gegner Arno Ertner, Richard Kuenzer und Hellmuth Stieff

Berlin, (Erzbistum Berlin) Redaktion | 309 klicks

Am Mittwoch, 6. August 2014, wird um 9.00 Uhr in Luckenwalde, Dahmer Straße 28, ein Stolperstein für Arno Ertner verlegt. Am Samstag, 9. August, finden zwei weitere Stolpersteinverlegungen statt: 9.10 Uhr in Berlin-Charlottenburg, Ulmenallee 29, für Dr. Richard Kuenzer (da das Haus nicht mehr existiert, wird der Stolperstein auf dem Gehweg vor der Grünfläche verlegt, wo das Haus einst stand) und 10.20 Uhr in Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 66, für Hellmuth Stieff.

Arno Ertner: Maschinenbauingenieur, geb. 3.4.1904 in Luckenwalde; gest. 15.2.1943 im KZ Dachau. Ertner wurde 1941 wegen Verbreitung der Predigtbriefe des Bischofs von Münster, Clemens August Kardinal Graf von Galen, gegen die Euthanasie verhaftet. Sein Leidensweg führte über das Polizeigefängnis Potsdam und das KZ Sachsenhausen in das KZ Dachau, wo er 1943 umkam.

Dr. Richard Kuenzer: Jurist und Diplomat, Widerstandskämpfer, geb. 6.9.1875 in Freiburg im Breisgau. In den 20er Jahren engagiert im „Friedensbund deutscher Katholiken“, in den 30er Jahren Kontakt zu Oppositionsgruppen gegen Hitler; 1943 mit Teilnehmern des Solf-Kreises verhaftet, im Gefängnisbau des KZ Ravensbrück, später in Berlin-Moabit inhaftiert. In der Nacht vom 22. zum 23.4. durch Genickschuss ermordet.

Hellmuth Stieff: Offizier (letzter Dienstgrad Generalmajor), Widerstandskämpfer, geb. 6.6.1901 in Deutsch-Eylau (Ostpreußen), heute Iława, hingerichtet am 8.8.1944 in Berlin-Plötzensee. Seit 1938 im Generalstab der deutschen Wehrmacht wird Stieff während des Polenfeldzugs zum Gegner des Nationalsozialismus. Er war an der Vorbereitung des nicht ausgeführten Attentats auf Hitler 1943 und an der Durchführung des misslungenen Attentats am 20. Juli 1944 beteiligt. Stieff war evangelisch, ist unmittelbar vor der Hinrichtung in die katholische Kirche aufgenommen worden.

Von: Stefan Förner Pressesprecher                                   

(Quelle: Webseite des Erzbistums Berlin, 05.08.2014)