Studie: Depressionen können Frauen zum Suizid, aber auch zur Abtreibung führen

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MODENA, 24. August 2001 (ZENIT.org).- Eine an der Universität Modena in Italien durchgeführte Studie hat einen jahreszeitlichen Zusammenhang im Frühsommer zwischen Fällen von Selbstmord bei Frauen und der freiwilligen Abtreibung gefunden. "Der sehr ähnliche Verlauf der jährlichen Kurve der Selbstmorde von Frauen und der freiwilligen Abtreibung liefert Hinweise auf ein direktes oder indirektes Verhältnis zwischen den beiden", sagten die Forscher Angelo Cagnacci und Annibale Volpe von der Universität Modena.



Die Studie ist in der neuesten Nummer der Fachzeitschrift Human Reproduction publiziert und betrachtete Daten von über 500.000 Abtreibungsfällen italienischer Frauen zwischen 1995 und 1998. Die Ergebnisse zeigten einen "jahreszeitlichen Rhythmus in der Quote der freiwilligen Abtreibungen, der derjenigen weiblicher Selbstmorde fast gleich ist". Das Verbindungsglied sahen die Forscher in Depressionen: Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung wie Unterstützung aus der Familie und von Freunden könnte auch den freiwilligen Schwangerschaftsabbruch reduzieren.

Die Studie lehnte die Interpretation ab, Abtreibungen würden die Selbstmordrate in die Höhe treiben, da die Legalisierung der Abtreibung keinen Einfluss auf die Selbstmordrate hatte. Vielmehr scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen depressiven Stimmungen und der Entscheidung zur Abtreibung oder zum Selbstmord.

Ein Abstract des Aufsatzes von Cagnacci und Volpe in Human Reproduction (Bd. 16, S. 1748) ist einzusehen auf humrep.oupjournals.org.