Südafrika: Der Einfluss von Africae Munus

Benedikt XVI. hat es verstanden, zu den Herzen der afrikanischen Völker zu sprechen

Rom, (ZENIT.org) Anne Kurian | 1056 klicks

Erzbischof Brislin meint, Papst Benedikt XVI. habe durch sein Apostolisches Schreiben „Africae Munus“ einen bleibenden Einfluss auf Afrika ausgeübt. Er habe es verstanden, „zu den Herzen der afrikanischen Völker zu sprechen.“

Stephen Brislin, Erzbischof von Kapstadt und Präsident der Südafrikanischen Bischofskonferenz, gestand in einem Interview für Radio Vatikan, er sei „völlig überrascht“ gewesen, als er die Nachricht vom Rücktritt Benedikt XVI. von seinem Amt als Nachfolger Petri erhielt.

Der Erzbischof von Kapstadt lobte die „große Ehrlichkeit“ des Heiligen Vaters: „seine intellektuelle Ehrlichkeit, seine Ehrlichkeit mit sich selbst, seine Ehrlichkeit im Dienst an der Kirche.“

Auch wenn seine Entscheidung „einen Präzedenzfall für die zukünftigen Päpste“ darstellen könnte, handle es sich dennoch nicht um eine „Modernisierung des Papsttums“, sondern um eine „sehr pragmatische, intellektuell ehrliche, edle Entscheidung, die man nur respektieren kann.“

Im südlichen Afrika habe Benedikt XVI. einen bleibenden Einfluss ausgeübt, sagte Erzbischof Brislin, und das vor allem durch sein nachsynodales Apostolisches Schreiben „Africae Munus“ (2011). Tatsächlich benutze die Ortskirche „dieses Dokument als Leitfaden, der uns den Weg weist, den Bedürfnissen der Menschen in Südafrika entgegenzukommen.“

Nach der Veröffentlichung von „Africae Munus“ habe die Südafrikanische Bischofskonferenz, im Licht dieses Apostolischen Schreibens, sogar ihr Motto verändert: statt „Die Gemeinde im Dienst der Menschheit“ heißt es jetzt „Die Gemeinde im Dienst der Gerechtigkeit, der Aussöhnung und des Friedens.“

Außerdem sei „Africae Munus“, da es sich um „die Frucht der Sonderversammlung der Bischofssynode über Afrika“ handle, ein Dokument, das „zum Geist und zum Herzen der Völker Afrikas spricht“: Der Papst habe in diesem Dokument „die Lebensfreude, die Heiterkeit, die Rolle der Kirche, kurz alles“ eingeschmolzen, „was an Afrika gut und schön ist.“ Zugleich weise er aber auch auf die Schwierigkeiten und Herausforderungen hin, denen Afrika entgegenblickt.

Erzbischof Brislin betrachtet den „Mut“ als eine der wichtigsten Eigenschaften des Pontifikats von Benedikt XVI. Als Beispiele hierfür nannte er „seine Bereitschaft, den Opfern sexuellen Missbrauchs Antwort zu geben und um Verzeihung zu bitten“ und „seine ausgestreckte Hand, die er den Führern anderer Religionen oder christlicher Konfession gereicht hat.“

Außerdem sei in diesen acht Jahren seines Pontifikats deutlich seine „Demut“ zu erkennen gewesen: „Solange er Kardinal Ratzinger war, haben wir alle in ihm an erster Stelle einen Intellektuellen von hohem Format gesehen. Aber im Lauf seines Pontifikats wurde erst klar, dass er auch ein bescheidener und demütiger Mensch ist. Und das hat die Herzen der Menschen berührt.“

Eine letzte Botschaft für Benedikt XVI.? Auf diese Frage antwortete der Erzbischof von Kapstadt: „Nur eine Bitte: Fahren Sie fort zu schreiben! Die Kirche von heute braucht Ihr theologisches Wissen und Ihren wachen Verstand.“