Südafrika: "Enorme Fortschritte bei der Inklusion, doch Korruption ist weiterhin ein Problem"

Kardinal Napier am Rande des "Ad limina"-Besuchs der "Southern African Catholic Bishops Conference"

Rom, (Fides) | 203 klicks

„Zwanzig Jahre nach Ende der Apartheid hat Südafrika enorme Fortschritte auf dem Weg der Inklusion der verschiedenen Kulturen und Rassen des Landes gemacht, doch die Korruption wurde noch nicht ausreichend bekämpft“, so der Erzbischof von Durban, Kardinal Wilfrid Fox Napier, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Fides am Rande des „Ad limina“-Besuchs der „Southern African Catholic Bishop’s Conference“ (SACBC).

1994 fanden in Südafrika erstmals freie Wahlen statt, mit denen die Zeit der Apartheid zu Ende ging und die demokratische Ära begann. „Ich glaube, dass wir in Südafrika nach 20 Jahren auf viele positive Ereignisse zurückblicken können, und dafür sind wir dankbar. Dazu gehört die Einfachheit der Beziehungen zwischen Personen verschiedener Kulturen und Rassen“, so der Kardinal weiter. „Wenn ich zurückdenke, dann hätte ich vor 20 Jahren nicht geglaubt, dass die Menschen sich in so kurzer Zeit verständigen und sich gegenseitig Anerkennen würden, wie dies heute der Fall ist. Auch auf institutioneller Ebene wurden in der Verfassung Garantien festgeschrieben, die ein gerechtes und gleichberechtigtes politisches System für alle vorsehen“.

„Auf der anderen Seite“, so der Kardinal weiter, „gibt es ein besorgniserregendes Ausmaß an Korruption. Es werden Personen auf Grund ihrer Beziehungen und nicht wegen ihrer tatsächlichen Kompetenzen in öffentliche Ämter berufen. Dies ist allen bekannt, wie auch die Untersuchungen über den derzeitigen Präsidenten und andere Vertreter der Institutionen zeigen. Ich hoffe, dass bei den nächsten Wahlen die neue Regierung konstruktive Beiträge leisten wird, damit die Menschen wieder zuversichtlich gestimmt sind, denn andernfalls könnte die Zukunft unseres Landes ziemlich ungewiss sein“.

Zur Lage der Kirche in Südafrika sagt der Erzbischof von Durban: „Die Kirche konfrontiert sich heute vor allem mit dem Konzept der Neuevangelisierung, die bereits von Papst Johannes Paul II. auf den Weg gebracht wurde. Dieses Konzept wurde auch von Papst Benedikt XVI. übernommen und es geht um den Wiederaufbau der Kirche und die zentrale Bedeutung Jesu Christi in unserem Leben. Papst Franziskus zeigt uns nun auf sehr direkte und praktische Weise, wie wir dies tun können. Die südafrikanische Kirche betrachtet Papst Franziskus als nachahmenswertes Vorbild. Mit Sicherheit erfüllt er die Kirche mit einem neuen Geist. Dies gilt auch für die Kirche in Südafrika“, so Kardinal Napier abschließend. (L.M.)

(Quelle: Fides 2/5/2014)