Südafrika: Kardinal Napier verurteilt neues Ehegesetz

„Wir lehnen die Diskriminierung homosexueller Menschen ab, doch das Gesetz, das die so genannte ‚Ehe’ zwischen gleichgeschlechtlichen Personen erlaubt, ist ein großer Fehler“

| 666 klicks

KAPSTADT, 16. November 2006 (ZENIT.org).- Der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Wilfried Kardinal Napier von Durban, hat das neue Gesetz zur so genannten „Ehe“ zweier Personen gleichen Geschlechts, das am Dienstag im südafrikanischen Parlament verabschiedet wurde, heftig kritisiert.



„Es ist falsch, die Ehe allein im Interesse und zugunsten jener Menschen neu zu definieren, die keine normale Ehe schließen können“, heißt es in einer von Kardinal Napier unterzeichneten Erklärung, in der Sinn und Bedeutung der Ehe als Institution zwischen Mann und Frau umfassend dargelegt wird.

Im Namen der südafrikanischen Bischöfe unterstreicht der Kardinal, dass die neue gesetzliche Regelung gegen das natürliche Sittengesetz gerichtet sei und nicht nur die Familie, sondern auch das Gemeinwohl untergrabe und die Grundfesten der Gesellschaft ins Wanken bringe. Das neue Gesetz richte sich zudem gegen das Wohl der Kinder, denen eine „große Ungerechtigkeit“ angetan werde; zudem werde ein völlig falsches Signal gegeben, denn:

„Wird etwas gesetzlich zugelassen, so ändern sich die sozialen Denk- und Verhaltensmuster. Was ‚legal’ ist, wird zulässig, allgemein anerkannt und verbindlich. Die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Verbindungen würde eine öffentliche Anerkennung für homosexuelle Praktiken bedeuten, die dann im besten Fall als moralisch neutral bewertet würden, im schlimmsten Fall aber als normal und moralisch zulässig.“

Kardinal Napier erinnert an die Lehre der Kirche, nach der man Menschen mit homosexuellen Neigungen in Liebe begegnen soll, ohne homosexuelles Verhalten an sich oder die Legalisierung homosexueller Verbindung gutzuheißen.

„Das Gemeinwohl erfordert es, dass die Gesetze die Ehe als Grundlage der Familie, der Keimzelle der Gesellschaft, anerkennen, fördern und schützen“, betont der Vorsitzende der südafrikanischen Bischofskonferenz abschließend. Die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Verbindungen oder deren Gleichsetzung mit der Ehe „würde nicht nur die Befürwortung eines abweichenden Verhaltens bedeuten – mit der Folge, dass es zu einem Vorbild für die heutige Gesellschaft gemacht würde –, sondern auch die Grundwerte verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören. Die Kirche kommt nicht umhin, diese Werte zu verteidigen – zum Wohl aller Männer und Frauen und zum Wohl der ganzen Gesellschaft.“

Im neuen Gesetz wird die Ehe als „freiwillige Gemeinschaft zwischen zwei Personen“ bezeichnet, „die durch die Ehe feierlich beschlossen und angemeldet wird“.

Wie die Nachrichtenagentur „Fides“ berichtete, hat der südafrikanische Innenminister Nosiviwe Mapisa-Ngakula darauf hingewiesen, dass die neue Regelung einen weiteren Schritt in der Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung darstelle, zu der auch die „Ablehnung gegenüber Homosexuellen“ gehöre.