Südafrika: Kirche ist „am Ball“

Vorbereitungen auf Fußball-WM 2010

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PRETORIA, 11. September 2009 (ZENIT.org).- Die katholische Kirche möchte einen Beitrag zur bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika leisten. Die Bischofskonferenz von Südafrika kündigte deshalb die „Church on the Ball/ Kirche am Ball“-Kampagne an (http://www.churchontheball.com/), die die Diözesen des Landes dazu ermutigt, Initiativen der Gastfreundschaft für alle Menschen zu organisieren, die die Fußballweltmeisterschaft besuchen werden. Außerdem sollen pastorale Angebote für die Sportler organisiert werden.



Für die Bischöfe von Südafrika ist der Weltcup auch eine Gelegenheit, die Vitalität des katholischen Glaubens in Afrika zu zeigen. Die Ortsgemeinden wurden gerade auch in dieser Hinsicht ermutigt, sich zu engagieren und für die Gäste da zu sein.

Toni Rowland von der bischöflichen Kommission für Familie und Leben, einer der Organisatoren von „Kirche am Ball“, wies darauf hin, dass Fußball der populärste Sport in Südafrika sei. „Für viele ist es eine Religion oder ein Lebensstil.“ Er vermute, dass die WM 2010 in vielerlei Hinsicht einen großen Einfluss auf die Gesellschaft in Südafrika nehmen werde – nicht nur auf ökonomischer Ebene. „Es wäre schade, wenn dann nur die säkulare Welt, die Medien und die Tourismusgruppen da sind.“

Die Südafrikanische Bischofskonferenz kenne die vielen Initiativen, die die Kirche in Deutschland während der Fußball-WM 2006 ins Leben gerufen hatte, ein reiches religiöses Angebot in verschiedenen Sprachen wie auch die Pflege der ökumenischen Beziehungen, erklärte Rowland. „Junge und nicht mehr so junge Männer, die normalerweise weniger in den Pfarreien engagiert sind, könnten überrascht sein, dass die Kirche an etwas so Weltlichem Interesse hat, und es besteht die Hoffnung, dass sie das ermutigen wird, sich an den Initiativen der Gastfreundschaft zu beteiligen und – auf die eine oder andere Weise – in der Pastoral mitzuwirken.“

Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft wurden von den Bischöfen freilich auch Sorgen im Hinblick auf einen möglichen Anstieg bei Drogen und Prostitution formuliert. Mehrere religiöse Organisationen erwähnten auch die Gefahren des Menschenhandels, unter dem gerade Südafrika jahrelang zu leiden hatte. Nach Worten von Ordensschwester Melanie O’Conner sind besonders Kinder gefährdet, weil die Schulen in Südafrika während der Weltmeisterschaft geschlossen sind. O’Conner arbeitet gemeinsam mit einem eigenen Team an einer Kampagne, die zur verstärkten Aufmerksamkeit für diese Risken führen soll.