Sudan: Humanitäre Lage in Kordofan und Abyei spitzt sich zu

Augenzeugen berichten

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JUBA, Dienstag, 21. Juni 2011 (ZENIT.org/Fidesdienst). – „Ganze Familien irren ohne humanitäre Hilfe ziellos umher, während die Luftangriffe fortgesetzt werden“, so die mexikanische Comboni- Missionsschwester Carmen aus den Nubabergen, Teil der Region Südkordofan, wo die Gefechte zwischen den Soldaten aus dem Nord- und Südsudan anhalten.

„Die erneuten Gefechte bereiten uns Sorge, doch wir hoffen immer noch, dass die internationale Staatengemeinschaft uns zu Hilfe kommen wird“, so die Ordensfrau.

Satellitenaufnahmen im Besitz des „Satellite Sentinel Project“ zeigen, dass die nordsudanesische Armee in Kadugli (Südkordofan) weiterhin ihre Truppen verstärkt, die die Stadt seit einigen Tagen besetzt halten. Dies lässt vermuten, dass weitere Offensiven der Soldaten aus Khartum geplant sind.

In der zweiten Konfliktregion um Abyei gibt es zwar keine weiteren Gefechte, doch die humanitäre Lage ist weiterhin besorgnis erregend. „Die Menschen sind noch nicht nach Abyei zurückgekehrt und erhalten nur sporadische Hilfe. Die Regenfälle halten an und die Vertriebenen sind ihnen schutzlos ausgesetzt“, so der Apostolische Administrator von Malakal, Bischof Roko Taban Mousa.

„Kinder und ältere Menschen leiden besonders unter dieser dramatischen Situation: Malaria und Durchfallerkrankungen fordern erste Opfer. Und es ist keine Besserung der humanitären Lage in Aussicht. In Abyei gibt es derzeit keine weiteren Bombenangriffe, doch die Stadt ist weiterhin von Soldaten aus Khartum belagert, und die Menschen haben Angst vor einer Rückkehr“, so der Apostolische Administrator abschließend.