Sudan: Weitere Angriffe auf Zivilisten in Südkordofan

Militärische Operationen trotz Waffenruhe

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ROM, Montag, 5. September 2011 (ZENIT.org). - Trotz einer Waffenruhe hören die militärischen Angriffe gegen Zivilisten in Südkordofan im Süden des Sudans und Zentrum der Auseinandersetzungen nicht auf.

Laut einiger Quellen der internationalen katholische Vereinigung Kirche in Not (KIN) führt die Regierung in Khartoum ihre militärischen Operationen fort, trotz der Erklärung von Präsident Omar Al-Bashir, der mit einer Waffenruhe vom 23. August Ruhe in die Region bringen wollte.

„Es gibt keinen Waffenstillstand im eigentlichen Sinn, weil Bashir zwar etwas sagt, aber andere Dinge in dem Gebiet passieren", erklärte KIN. „Wir hoffen auf ein Eingreifen der Vereinten Nationen.“

Die Regierung setzt ihre Angriffe demnach im Gebiet der Nuba-Berge in Südkordofan fort und fordert zehntausende Rebellen in der Region auf, die Waffen niederzulegen und ihre Forderungen nach Autonomie zurückzunehmen.

Der Militärsprecher Alsoarmi Khaled wies in einer Erklärung vom 31. August Behauptungen von Amnesty International und Human Rights Watch zurück, dass Luftangriffe nach der Waffenruhe stattgefunden hätten. Einigen Berichten von John Ashworth vom Ökumenischen Forum Sudans für KIN zufolge würden die Gefechte in dem Gebiet fortgeführt, Luftangriffe eingeschlossen.

„Es gibt keine Bombardements, aber Gefechte um Mendi“, so die Quelle von KIN. „Wir hören heftige Schüsse.“

Bislang hätten die Bomben mindestens 26 Todesopfer und 46 Verletzte gefordert, 150 000 Menschen seien evakuiert.

Mangel an Nahrung

Die Kämpfe führen auch zu einem Mangel an Nahrungsmitteln in der Region.

„Es gibt keine Lebensmittel auf den Märkten“, unterstreichen die Quellen des gemeinnützigen Vereins,  „Die Menschen teilen, aber die Nahrung reicht nicht.“

Die meisten Menschen suchten vor dem Konflikt Zuflucht in den Bergen, aber schwere Regenfälle hätten Probleme und Krankheiten verursacht.

Die Regierung in Khartum hat dem Süd-Sudan Unterstützung der Rebellen in Südkordofan und Darfur vorgeworfen und offizielle Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat eingereicht.

Als Reaktion auf diese Erklärung äußerte der Informationsminister des Südsudan, Barnaba Marial Benjamin, gegenüber Reuters, dass „Khartoum versucht zu vernebeln, um Befürchtungen des Sicherheitsrats über die Bombardierung von Zivilisten in Südkordofan zu zerstreuen."

„[Die Regierung des Sudan] hat es versäumt, den Frieden in Darfur, Südkordofan und Blue Nile zu bringen. Sie sucht nach einem Sündenbock und beschuldigt den Süden", fügte er hinzu.

Auf der Grundlage des Friedensabkommens von 2005 sollte 2011 in Südkordofan ein Prozess von Konsultationen stattfinden, um die Zukunft des Staates festzulegen.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]