Südsudan gilt weiterhin als Feind

Bombenangriffe fortgesetzt

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ROM, 18. April 2012 (ZENIT.org). - Nach einem Bericht der Fidesdienstes halten die Spannungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan an. Südsudanesische Truppen besetzen weiterhin die Region Heglig, um die sich die beiden Staaten streiten. Ein Sprecher der sudanesischen Armee (SPLA) gab bekannt, dass die Soldaten aus Juba am 16. April ein sudanesisches Kampfflugzeug von Typ Mig29 über Heglig abgeschossen haben sollen.

Die sudanesische Luftwaffe soll verschieden Ortschaften bombardieren: neben Heglig (wo nach Angaben des Südsudan die örtlichen Erdölförderanlagen beschädigt worden sein sollen), würden auch Benitu, ein Erdölgebiet im Südsudan und ein Flüchtlingslager der Vereinten Nationen in der Nähe von Mayom unter Beschuss genommen. Wie die Behörden in Juba mitteilen, sollen bei zwei Luftangriffen neun Zivilisten getötet worden sein, darunter auch eine schwangere Frau. Außerdem sollen 22 Menschen verletzt worden sein.

Unterdessen bezeichnet das sudanesische Parlament den Südsudan offiziell als „Feind“ und fordert, dass die SPLM (ehemalige Rebellenbewegung, die den Südsudan regiert) ihrer Macht enthoben werden soll. „Wir betrachten die Regierung des Südsudan als Feind und unsere staatlichen Institutionen müssen ihn als solchen behandeln“, heißt es in einer Resolution der Abgeordneten wörtlich. „Wir werden die SPLM so lange angreifen, bis sie die Regierung des Südsudan abgibt und wir werden die notwendigen Ressourcen aufbringen, damit wir dieses Ziel erreichen“, so der Parlamentspräsident Ahmed Ibrahim al-Taher.

Die Resolution, die sich wie eine Kriegserklärung liest, wird jedoch wahrscheinlich kein Gewicht auf rechtlicher Ebene haben, da gemäß der Verfassung nur der Präsident einen Krieg erklären kann. Doch es geht aus ihr hervor, dass die Stimmung in den Führungspositionen in Khartum nach dem Verlust von Heglig sehr angespannt ist. Dort befinden sich die meisten Erdölvorkommen, die Khartum nach der Trennung vom Südsudan noch geblieben sind.

Die Behörden in Juba antworteten unterdessen, man betrachte den Sudan nicht als Feind. Außerdem werde man die Truppen aus Heglig erst dann zurückziehen, wenn der Sudan die Luftangriffe beende und die Region Abyei evakuiere.

Auch um diese Region mit zahlreichen Erdölvorkommen streiten sich die beiden Staaten.