Sumatra: 17 christliche Kirchen im Monat Mai geschlossen

Radikale Islamisten erschweren das Leben der Christen

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ROM, 22. Mai 2012 (ZENIT.org). -  Am 9. April wurde in Aceh auf der nordindonesischen Insel Sumatra, der einzigen indonesischen Provinz, in der die islamischen Gesetze der Sharia gelten, der radikalislamische Politiker Zaini Abdullah in das Amt des Gouverneurs gewählt. Seitdem werden die Zeiten für die dort lebenden Christen immer schwieriger. Die dort agierenden radikalislamischen Gruppen veranlassten durch Druckausübung und die Veranstaltung öffentlicher Kundgebungen vor dem Regierungsgebäude allein im Monat Mai die Schließung von insgesamt 17 christlichen Kirchen, wie der Fidesdienst berichtet.

Diese Schließungen werden mit einer umstrittenen Vereinbarung aus dem Jahr 2001 gerechtfertigt. In dem Dokument heißt es, dass in der Provinz nur eine Kirche und vier Kapellen existieren dürften. In den Jahren seit 2001 sei nach einer Verlautbarung der „Indonesian Fellowship of Churches“ die Zahl der Kirchen auf 22 angestiegen, nachdem Vereinbarungen mit dem „Interfaith Forum Harmony“ (Forum für interreligiöse Harmonie) getroffen worden waren, dem auch Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft angehören. Das Forum habe die neuen Kirchen genehmigt, da die Zahl der Christen in Aceh angestiegen sei.

Derzeit leben in der Provinz Aceh rund 12.000 Christen. Bei den neuen Kirchen, heißt es, handle es sich um Gebetssäle oder Gebäude, die nur vorübergehend als Kapellen genutzt werden, während man noch auf die Genehmigung für den Bau neuer Kirchen warte. Doch Vertreter radikalislamischer Gruppen, darunter die „Front Pembela Islam“, FPI, haben nun die Schließung der Kirchen erzwungen.

Pfarrer Romanus Harjito, der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indonesien, äußerte gegenüber dem Fidesdienst: „Aceh ist eine Provinz, in der die Sharia eingeführt wurde: auch wenn diese eigentlich nur für Muslime gilt, ist das Leben für christliche Gläubige dort sehr schwer, da zahlreiche radikalislamische Gruppen aktiv sind. Tatsache ist, dass solche Episoden von der Zentralregierung toleriert werden, die die auch die Einführung der Sharia ermöglichte und zugelassen hat, dass dies geschieht. In solchen Fällen werden jedoch die Prinzipien der Pancasila nicht umgesetzt, die die Grundlage für das Zusammenleben religiöser Gemeinschaften in Indonesien sind.“