Sünde ist die Wurzel des Bösen in der Welt

Schlussbotschaft des IV. Christlich-Buddhistischen Kolloquiums

Rom, (ZENIT.org) | 442 klicks

Gestern veröffentlichte der Heilige Stuhl die Schlussbotschaft des IV. Christlich-Buddhistischen Kolloquiums, das am 6. Mai in Rom stattgefunden hatte. Das Treffen wurde vom Päpstlichen Rat für den interreligiösen Doalog in Zusammenarbeit mit der italienischen Bischofskonferenz an der Päpstlichen Universität Urbaniana organisiert. Teilnehmer kamen aus Japan, Taiwan, Vietnam, Südkorea, Thailand, Birma, Sri Lanka, Indien und Italien.

Das Dokument ist in neun Punkte gegliedert und legt den Schwerpunkt auf die gemeinsame Arbeit zur Förderung des Friedens in der Welt. Christen und Buddhisten sollten gemeinsam mehr für den Frieden tun. Beide Religionen hätten eine besondere Verantwortung und müssten ungeachtet religiöser Differenzen für das Wohlergehen der Menschheit zusammenarbeiten, heißt es in der an diesem Montag veröffentlichten Erklärung. Der Einsatz für Frieden sei schwierig und verlange Mut, Geduld, Entschlossenheit, Opferbereitschaft und vor allem Dialog.

Für Christen zerrütte die Sünde in all ihrer Vielfalt – Selbstsucht, Gewalt, Neid, Machtstreben, Intoleranz und Hass – die Beziehung zu Gott und zwischen den Menschen. Friede könne nur hergestellt werden, wenn die Sünde bekämpft würde. Jesus Christus führe die zerbrochene göttlich-menschliche Beziehung wieder zusammen.

Für den Buddhisten Buddha Sakyamuni sei die Wurzel alles Bösen Ignoranz und eine falsche Weltanschauung, die auf Neid und Hass gründe. Ethik und Verstandesreinheit seien demnach dasselbe und könnten durch die gleiche Praxis erworben werden: die Stille der Meditation und das Arbeiten für die Befreiung alles Seienden vom Leiden, das vor allem durch Weisheit erzeugt werde.

Darum seien bei allen Wegen die innere Freiheit, die Reinheit des Herzens, das Mitleid und das Selbstgeben wesentliche Bestandteile des inneren Friedens des Individuums und des sozialen Friedens. Beiden Lehren, dem Christentum und dem Buddhismus, wohne der Respekt vor dem Leben inne und beide gründeten das Gemeinwohl auf Liebe und Mitleid.

Das Dokument schloss mit der Aussage, der Dialog zwischen der Katholischen Kirche und den Buddhisten sei eine Priorität und müsse weitergehen.