Sünde und Versuchung - unser täglich Brot

Messe von Papst Franzsikus in der "Domus Sanctae Marthae"

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 292 klicks

Papst Franziskus hob heute Morgen in der Messe in der „Domus Sanctae Marthae“ die Bedeutung Gottes in unserer Gesellschaft hervor. Wenn der Herr nicht allgegenwärtig sei, gehe das Bewusstsein für die Sünde verloren, so der Papst.

Eine schwere Sünde sei zum Beispiel der Ehebruch. Papst Franziskus erklärte anhand der Figur Davids, wie wichtig es sei, sich seiner Sünden bewusst zu sein und sie nicht lediglich als zu lösende Probleme abzutun. David begehrte Bathseba, die Frau des Urija, machte sie zu seiner Frau und ließ ihren Mann im Gefecht sterben. David fühlte sich aber trotz des Ehebruchs und Mordes nicht als Sünder. Er verspüre nicht das Bedürfnis, um Vergebung zu bitten, sondern stelle sich nur die Frage, wie er das Problem lösen könne, so der Papst.

„Jedem von uns kann das passieren. Wir alle sind Sünder, und wir alle werden in Versuchung geführt, die Versuchung ist unser täglich Brot.“ Wer behaupte, nie in Versuchung geführt worden zu sein, sei entweder ein Cherubim oder ein bisschen dumm, so Papst Franziskus. Die wahre Sünde liege im Fall Davids nicht im Ehebruch und im Verstoß gegen das Neunte Gebot, sondern in der Art und Weise, wie David mit der Situation umgehe. „David spricht nicht von Sünde, er spricht von einem Problem, das er lösen muss. Das ist ein Zeichen!“ Sei Gott weniger gegenwärtig, sinke das Bewusstsein für die Sünde, so der Heilige Vater.

Jeden Tag, wenn wir das „Vater unser“ beteten, beteten wir darum, dass „Sein Reich komme“, das heißt wachse. Verliere man das Bewusstsein für die Sünde, verliere man auch das Bewusstsein für das Reich Gottes, und stattdessen erhebe sich eine „übermächtige menschen-zentrierte Sichtweise“, die sagt „ich kann alles“. 

Das Bewusstsein für die Sünde verloren zu haben, sei die größte Sünde der Menschen heutzutage. Daraufhin lenkte Papst Franziskus seinen Blick auf Urija, der stellvertretend für alle Opfer menschlicher Hochmut stehe. Der Papst gestand, im Angesicht von Unrecht und menschlichem Hochmut an alle Urijas in der Geschichte zu denken, die unter der christlichen Mittelmäßigkeit litten. Diese Menschen seien Märtyrer unserer nicht erkannten Sünden.