Swithun von Winchester (um 800- 2. Juli 863)

Bischof

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 332 klicks

Um das Leben Swithun von Winchester ranken sich viele Legenden; nur wenige gesicherte Daten sind überliefert. Swithun muß um 800 in England geboren worden sein. Er wurde Berater der Könige Egbert und Ethelwulf. Ungefähr zehn Jahre lang war Bischof von Winchester. In dieses Amt soll ihn 852 Ethelwulf erhoben haben.

Swithun zeichnete sich zeitlebens durch seine große Frömmigkeit und seine Wohltätigkeit aus. Eine Legende berichtet, wie er einst einer armen Frau geholfen haben soll. Der Frau waren Eier aus ihrem Korb gefallen und zerbrochen. Der Heilige kam zu ihr und fügte sie wieder zusammen.

Nach seinem Tod am 2. Juli 863 war Swithun zunächst auf seinen eigenen Wunsch im Außenbereich der Old Minster Cathedral bestattet worden. Im Jahr 964 bestimmte Ethelwulf den Heiligen zum Patron des neu gegründeten Benediktinerklosters. Deshalb wurden 971 seine Überreste in das Kircheninnere umgelagert und in einen Schrein gelegt. Bei diesem Vorgang sollen sich Wunder ereignet haben, und der Swithun-Kult entstand. 1093 wurden die Reliquien Swithuns in die heutige Kathedrale in Winchester überführt. Dort verblieben seine Reliquien bis 1450. 1476 wurde der Schrein durch einen größeren mit Silber, Gold und Juwelen besetzten Schrein ersetzt. Den Pilgern wurde eigens ein kleiner Tunnel angelegt, der es ihnen ermöglichte, unter den Schrein zu kriechen und dem Heiligen so nah wie möglich zu sein. Swithun sagte man nämlich heilende Kräfte nach.

In der Reformationszeit, in der Nacht des 21. Septembers 1538, nahmen von König Heinrich VIII. Beauftragte alle Wertgegenstände des Heiligenschreins an sich. Drei Jahre später wurde auch der Tunnel geschlossen. Von dem einst so prachtvollen Schrein Swithuns ist kein Überrest vorhanden, doch erinnert ein modernes Gedenkmonument in der Kathedrale an den Heiligen.