Synodenväter über das österliche Sakrament, das Einheit stiftet und Gottes Wirken sichtbar macht

Sechs ausgewählte Beiträge auf der Bischofssynode in Rom

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ROM, 14. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Anlässlich der Bischofssynode über "Die Eucharistie – Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche", die vom 2. bis zum 23. Oktober in der neuen Synodenhalle im Vatikan stattfindet, veröffentlichen wir die zusammengefassten Beiträge einiger Synodenväter.



In ihren Ansprachen gingen Kardinal Saraiva, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Stephen Fumio Hamao, Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, sowie Bischof Robert Le Gall OSB von Mende (Frankreich) auf verschiedene grundlegende Dimensionen der Eucharistie ein, während Bischof Donald William Wuerl von Pittsburgh (USA) und Bischof Philippe Gueneley von Langres (Frankreich) über die Katechese und die Hinführung zum Sakrament der Eucharistie sprachen.

Erzbischof John Patrick Foley, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, verwies seinerseits auf die nicht zu unterschätzende Möglichkeit, mittels Fernsehübertragungen der Heiligen Messe an der Neuevangelisierung beizutragen.

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Kardinal José Saraiva Martins CMF, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse: Die österliche Dimension der Eucharistie


1. Unter den verschiedenen Aspekten des Mysteriums der Eucharistie, muss vor allem seine wesentliche österliche Dimension, von der an verschiedenen Stellen das "Istrumentum laboris" spricht, hervorgehoben werden.

"Man kann den Tod Christi nicht von seiner Auferstehung trennen" (Instrumentum Laboris, 7). Diese gehört tatsächlich auch zum erlösenden Opfer Christi (Röm 4,24-25). Er ist gestorben, um aufzuerstehen. Der Karfreitag hätte ohne den Ostersonntag, den Tag der Auferstehung keinen Sinn. Jesus hat nie diese beiden rettenden Ereignisse voneinander getrennt. Im Gegenteil, er hat immer mit extremer Klarheit die unauflösliche Verbindung zwischen ihnen betont. Die Eucharistie, die nun also die Wieder-Vergegenwärtigung des Opfers Christi in der Zeit und Geschichte ist, vergegenwärtigt nicht nur seinen Tod, sondern auch seine Auferstehung (vgl. "Instrumentum laboris", 8), das gesamte österliche Mysterium.

Die Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" hebt dies deutlich hervor, wenn es heißt: "Tatsächlich macht das eucharistische Opfer nicht nur das Mysterium vom Leiden und Tod des Erlösers gegenwärtig, sondern auch das Mysterium der Auferstehung, in der das Opfer seine Vollendung findet"(14).Die Eucharistie ist mit anderen Worten ein Gedächtnis des österlichen Geschehens.

2. Sie ist wirklich insofern Gedächtnis des österlichen Geschehens, als dass die Eucharistie "Quelle und Epiphanie der Gemeinschaft" ("Mane nobiscum Domine", 19) ist, sowohl in ihrer vertikalen Dimension, im Verhältnis zu Christus, als auch als auch in ihrer horizontalen Dimension, das heißt, im Verhältnis zwischen seinen Jüngern.

Die Eucharistie ist vor allem die Quelle der tiefsten, erhabensten und radikalsten Gemeinschaft mit dem Erlöser. Auf die Bitte der Jünger von Emmaus, bei ihnen zu bleiben, antwortete Jesus mit einer viel größeren Gabe: Durch das Sakrament der Eucharistie fand er seine Art, zu bleiben – nicht nur bei ihnen, sondern in ihnen.

Die Eucharistie zu empfangen heißt, in tiefe Gemeinschaft mit Jesus Christus zu treten: "Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch" (Joh 15,4; vgl. "Mane nobiscum Domine", 19).

Aber die tiefe und geheimnisvolle Gemeinschaft mit Christus, die in der Eucharistie umgesetzt wird, kann weder erfasst noch vollständig gelebt werden außer innerhalb der "kirchlichen Gemeinschaft". Erstere führt notwendigerweise zur zweiteren. Diese entspringt notwendigerweise aus jener. Die Kirche, so liest man in "Mane nobiscum Domine", ist der Leib Christi; man ist in dem Maß mit Christus auf dem Weg, in dem man "in Beziehung zu seinem Leib" steht (20). Das "Ut unum sit" Christi verwirklicht sich vollständig in der Eucharistie. Die ersten christlichen Gemeinden bildeten ein "einziges Herz und eine einzige Seele" auf Grund der Teilnahme am eucharistischen Mahl, bei der "fractio panis".

Die Eucharistie, die die Menschen mit Christus vereint, vereint diese auch untereinander. In der Eucharistie wird der gleiche Christus lebendiges Band zwischen den Gliedern seines Leibes. Die Eucharistie reißt alle kulturellen und sozialen Barrieren nieder, damit alle, die sie empfangen, eine einzige Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe werden, damit sie auf den Weg der Einheit gebracht werden, die ihr Vorbild und ihre Vollendung in der Einheit der Dreieinigkeit findet. Aber darüber hinaus, Quelle zu sein, ist die Eucharistie auch Epiphanie oder die Äußerung der Gemeinschaft der Gläubigen mit Christus und untereinander (vgl. "Mane nobiscum Domine", 19).

An keiner anderen Stelle als in der Feier der Eucharistie ist und scheint die Kirche in so vollendeter Weise eine "koinonia", eine Gemeinschaft zu sein. Die Kirche ist eine, weil die Eucharistie eine ist. Das Konzil spricht von der "Kirchenlehre der Gemeinschaft": Es handelt sich dabei offensichtlich um die eucharistische Gemeinschaft, weil sie im Sakrament des Altars verwurzelt ist.

In diesem Zusammenhang muss weiterhin die große ökumenische Bedeutung der Eucharistie hervorgehoben werden. Die wahre Ökumene besteht nicht so sehr darin, dass wir auf unsere getrennten Brüder zugehen oder darin, dass diese auf uns zugehen, sondern darin, dass wir und sie, geleitet vom Heiligen Geist, ihm entgegengehen, der mit uns in den eucharistischen Gestalten bleiben wollte.

Als Quelle und Epiphanie der kirchlichen Gemeinschaft kann die Eucharistie nichts anderes als unerschöpfliche Quelle der Freude sein – jener österlichen Freude, die aus dem auferstandenen Herrn in der Eucharistie entspringt. Die ersten Christen "brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott" (Apg 2,46-47).

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Kardinal Stephen Fumio Hamao, Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, über das Sakrament der Einheit in der globalisierten Welt


In der heutigen Welt sind wir alle Zeugen von so großen Veränderungen, dass der Eindruck entstehen könnte, eine neue Menschheit sei im Begriff zu erscheinen. Die nationalen Grenzen fallen, Völker und Rassen vermischen sich, die Kulturen werden miteinander konfrontiert, es entstehen Organismen, die nicht mehr nur rein nationaler Art sind. Man bemüht sich um ein internationales Recht, man verfolgt die soziale, politische und vor allem wirtschaftliche Einigung, die unter dem Namen "Globalisierung" stattfindet.

So entsteht ein einziger Weltmarkt der Waren und Ideen. Offensichtlich ist dies ein großer Vorteil, aber dieser Prozess führt auch Risiken mit sich. Die Vielfalt ist zweifelsohne eine reiche Quelle, jedoch korrespondiert oftmals das Fallen der Grenzen nicht mit der "Globalisierung der Solidarität". Es werden immer stärker beschränkende Maßnahmen bezüglich der Migranten und Flüchtlinge erlassen, man wendet immer strengere Verfahren an, um die Teilnahme der Benachteiligten der armen Länder am Wohlstand der reichen Länder zu behindern; die Andersartigkeit des Ausländers wird oftmals als Bedrohung statt als wechselseitige Bereicherung angesehen.

Die Katholische Kirche ist nicht nur auf fünf Kontinente verstreut, sondern auch zwischen diesen in ständiger Bewegung. Das Sakrament der Eucharistie bietet sich ihr als Zentrum der Einheit an, als Schnittpunkt, als qualifizierte Dimension zur Zusammenführung der Vielfalt in eine Einheit.

Männer und Frauen bewegen sich in der ihr ganz eigenen Art und Weise, die in der Kultur, der Tradition, im eigenen Ritus, im Gebrauch der Sprache, in der Volksfrömmigkeit wurzelt. In der Eucharistiefeier finden sie einen festen Punkt in ihrem oft bruchstückhaften und aufgewühlten Leben: Es ist Jesus Christus, fleischgeworden, gestorben und auferstanden, "ganz (...) substantiell gegenwärtig in der Wirklichkeit seines Leibes und seines Blutes". Deshalb reicht es nicht aus zu sagen, dass die Eucharistie im Zentrum der christlichen Gemeinde steht, sondern man muss auch sagen, dass die Kirche in der Mitte der Eucharistie steht!

Im Zentrum der Erlösungsgeschichte, in der auch die Migration eine wichtige Rolle spielt, stehen das österliche Opfer des Gottessohnes und seine Auferstehung, und deshalb kommt der Eucharistie ein zentraler Platz zu. Schließlich neigt sich die Eucharistie der eschatologischen Zukunft zu, insofern sie Vorgeschmack auf das Festmahl im Reich Gottes ist. Und alle Menschen sind dazu berufen, an diesem Mahl teilzunehmen. Dieser Gedanke führt uns dazu, das "Schon" und "Noch-nicht" zu leben und verpflichtet und zu einem angemessenen und echten Prozess der Inkulturation.

Die Eucharistie, die mit den Brüdern und Schwestern gefeiert wird, die sich in ständiger Bewegung befinden, verbindet in Brüderlichkeit und ist Quelle der Aufnahme und Ursprung guter Taten, indem sie dazu führt, die evangelischen Werte in der Einheit der drei Dimensionen des christlichen Lebens – liturgia, martyria, diaconia – in der Welt zu bezeugen und eine Neuevangelisierung herbeizuführen. Eine Neuevangelisierung, die neu ist in ihrer Glut, in ihren Methoden und in ihren Ausdrucksweisen.

So also drückt die Eucharistie die Bedeutung der christlichen Existenz auf der Erde als einen Moment aus, in dem die Kirche ihr Auf-dem-Weg-Sein erprobt: Sie ist "Wanderer", "Emigrant", "Pilger". Die Eucharistie ist also "die Nahrung der Pilger", das Sakrament des andauernden Auszuges, das österliche Sakrament, das heißt, das Sakrament des Übergangs bis zur Ankunft im "ewigen Erbe" des Reiches Gottes in der Gemeinschaft der Heiligen.

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Bischof Robert Le Gall OSB von Mende (Frankreich): Der "Primat der Gnade"


Wiederholte Male unterstreicht das "Instrumentum laboris", dass die Eucharistie ein Geschenk und ein Mysterium ist (vgl. 12, 25, 34, 48, 86), zu dem wir uns hinbegeben müssen und von dem wir uns mit Demut (51) und im Geist der Anbetung führen lassen müssen (65). In diesem Sinne besteht man immer wieder auf den "Primat der Gnade", über den Papst Johannes Paul II. in "Terzio millenio ineunte", Abschnitt 31, schreibt.

Gemäß diesem Geist sollte man stärker hervorheben, dass in der Eucharistie Gott selbst der Protagonist ist, der unser Handeln bewirkt und so groß macht. Abschnitt 25 weist in diese Richtung, bleibt aber unklar. Es wäre mehr als nur gut, die Lehre aus dem "Sacrosantum Concilium", Abschnitt 7, näher zu betrachten, in der die Theologie der Liturgie klar zum Ausdruck kommt.

Dieses Text ist vor allem deshalb so wertvoll, weil er die Definition des Liturgievorschlags von Papst Pius XII. in "Mediator Die" wieder aufnimmt und ergänzt: Der Kult richtet den Menschen dank des Gott-Menschen, der uns zum Vater führt, auf Gott aus; dies ist die aufsteigende Linie. Vorher kommt aber immer die absteigende Linie (vgl. "Dies Domini", 43): Durch die erlösende Inkarnation kommt Gott zu uns: Das Konzil nennt dies "Heiligung", während die aufsteigende Linie richtigerweise der voll ausgeführte Gottesdienst des ganzen Mystischen Leibes genannt wird.

Für unsere Feier ist es sehr wichtig, diese Gliederung im "Opus Die" – dieser Ausdruck wird in den ersten Nummern des "Sacrosanctum Concilium" sehr oft wiederholt – zwischen dem "Opus Dei facientis" und dem "Opus Ecclesiae" klar zu verstehen; den Unterschied zwischen dem, was Gott für uns und mit uns macht, und dem, was wir für ihn und mit ihm machen. Dies ist der Sinn der Doxologie des eucharistischen Gebets, dem zentralen Moment der Messe. Es handelt sich um den Schlüssel des ganzen spirituellen Lebens, in dem der Primat der Gnade den besten Teil unserer Freiheit zur Geltung bringt. Wenn "wir danken", dann danken wir, weil wir die Gnade empfangen.

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Bischof Donald William Wuerl von Pittsburgh (USA) über die Katechese


Unser katechetischer Einsatz vollzieht sich heute in einer höchst säkularisierten Welt. Eine der größten Herausforderungen, denen wir uns als Jünger Christi gegenüberstellen müssen, ist das große Missverhältnis zwischen dem, was wir im Glauben als Horizont des Lebens ansehen und dem, was diese säkulare Kultur als Ziel und Ende des Daseins versteht.

Unsere Katechese, besonders diejenige über die Belange Moral und soziale Gerechtigkeit, darf sich nicht vom Zentrum des Glaubens oder des Todes und der Auferstehung Christi und unserer Teilnahme an diesem rettenden Ereignis durch die Eucharistie, entfernen. Jeder pastorale Plan oder Vorschlag, der sich für eine zukünftige Orientierung der pastoralen Kirchenlehre ergeben wird, muss den Schwerpunkt auf das Mysterium legen und auf der Gegenwart und dem andauernden Wirken Christi in der Eucharistie gegründet sein.

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Bischof Philippe Gueneley von Langres (Frankreich) über die Hinführung zur Eucharistie


Eine der wichtigsten Sorgen der Hirten der christlichen Gemeinschaften ist die Hinführung zur Eucharistie. Diese Hinführung berücksichtigt die Kinder, die auf die erste Kommunion vorbereitet werden, und auch die Jugendlichen und Erwachsenen, für die der katechumenale Weg eine angemessene altersgemäße Möglichkeit bietet, um stufenweise zum Christentum und zur Feier der Sakramente, unter ihnen die Eucharistie, hingeführt zu werden.

Die Verbindung zwischen Taufe und Eucharistie wird heute oft nicht ausreichend betont, und die Verbreitung der Praxis, die Eucharistie am Tag danach zu spenden, ist erschwert worden. Es wäre wünschenswert, dass die Synode auf die tiefe Verbindung zwischen Taufe und Eucharistie eingeht, damit sich der Gipfelpunkt des getauften Lebens zeige.

Mit den kleinen Kindern, die in ihren ersten Lebensjahren getauft werden, muss man "mystagogisch" vorgehen, damit sie erkennen können, dass die Eucharistie voraussetzt, getauft zu sein, und somit in der Taufe wurzelt und wirkliche Nahrung ihres Lebens ist, dass der Taufe entspringt. Für die Jugendlichen und Erwachsenen ist es angebracht, die Vorbereitung in der Zeit der Hinführung zu den Sakramenten nicht einzig und allein auf die Taufe zu konzentrieren und die Einführung in die Eucharistie gleichzeitig mit der Taufe stattfinden zu lassen. Es ist ratsam, den Katechumenen vorzuschlagen, der Eucharistiefeier beizuwohnen, bevor sie zum ersten Mal an ihr vollkommen teilnehmen können.

In den Familien und der Gesellschaft herrscht eine gewisse Ignoranz darüber, was die Eucharistie eigentlich ist. Wenn die Praxis der Eucharistie nicht schwach ist, ist dies vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Eucharistie nicht entdeckt worden ist. Es ist sinnvoll, Feiern anzubieten, die auf die Eucharistie vorbereiten. Es ist nötig, diesbezüglich eine authentische Pädagogik zu entwickeln und zu verwirklichen.

Eine ansehnliche Bemühung, die gute Früchte hervorbringt, kommt in unseren Diözesen bei der Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung zum Tragen. Wäre es nicht vielleicht angebracht, sich von dem inspirieren zu lassen, was zugunsten der Firmung unternommen wird, um das eucharistische Verständnis zu vertiefen?

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Erzbischof John Patrick Foley, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel: Die Heilige Messe im Fernsehen, eine große Chance


Ich möchte daran erinnern, dass die Bischöfe in der ganzen Welt großen Nutzen aus der Möglichkeit ziehen können, die Feier der Heiligen Messe vom Fernsehen übertragen zu lassen, und ich möchte sie alle bitten, bei diesen Gelegenheiten besonders auf die würdige Gestaltung der Messfeier zu achten.

In vielen Diözesen und Ländern ist es heute schon Tradition, die Heilige Messe am Sonntag und an den Feiertagen übertragen zu lassen. Dank der Besuche, die ich in vielen Ländern machen durfte, und dank der Videokassetten, die ich dabei angeschaut habe, kann ich bezeugen, dass die meisten dieser Fernsehliturgien sehr respektvoll gefeiert und gut vorbereitet werden. Manchmal sieht man allerdings einzelne Zelebranten, die sich von den liturgischen Normen der Kirche entfernen, was dazu führen kann, die Zuschauer zu verwirren oder sie vielleicht sogar schlecht zu erziehen, indem man einigen Priestern und anderen Leuten den Eindruck vermittelt, es sei gerechtfertigt, sich von den liturgischen Normen zu entfernen, weil man das im Fernsehen gesehen hat.

Die Fernsehliturgien müssten als normativ für das angesehen werden, was man in den einzelnen Eucharistiefeiern in der jeweiligen Diözese oder im jeweiligen Land erwarten kann. Die Andacht dessen, der den Gottesdienst feiert und derer, die daran teilnehmen; die Treue gegenüber den liturgischen Bestimmungen der Kirche; die Qualität der Musik und die Teilnahme der Gläubigen – sie alle müssen Modelle des liturgischen Dienstes sein und die Gläubigen erleuchten und diejenigen erbauen, die unseren Glauben nicht teilen, aber vielleicht nur aus Neugierde zuschauen oder zuhören.

Wenn die Sonntagspflicht durch das Mitverfolgen einer Messfeier im Fernsehen auch nicht erfüllt wird, so kann und muss sie dennoch zur Vertiefung des spirituellen Lebens eines jeden beitragen. Die Fernsehübertragung der Eucharistie ist nicht nur einfach ein Dienst für die Kranken und Alten, die nicht an der Messe teilnehmen können. Sie anzuschauen kann eine gute Vorbereitung für die persönliche Teilnahme an der Sonntagsliturgie sein oder auch Gelegenheit, den Dank und die Überlegungen des Gläubigen, der nach dem Gottesdienst nach Hause zurückgekommen ist, weiterzuführen.

Es ist interessant, dass die weltweit am häufigsten geschaute, regelmäßig ausgestrahlte religiöse Sendung die Fernsehübertragung der Mitternachtsmesse an Weihnachten ist, bei der der Heilige Vater den Vorsitz führt. Sie wird in rund 75 Nationen übertragen und gesehen. Eine recht große Anzahl von Personen, auch unter den Protestanten, hat angegeben, dass diese Übertragung aus Rom für sie zur Weihnachtstradition geworden ist, und ganze Familien versammeln sich um den Fernseher, um im Gebet mit dem Heiligen Vater vereint zu sein. Während einige Länder Westeuropas diese Feier nicht senden, da sie die Übertragung lokaler Messfeiern bevorzugen, haben uns die Programmdirektoren einer bestimmten Anzahl von Ländern in Amerika, Asien und Afrika beteuert, wie glücklich sie darüber sind, diese Sendung vom Vatikan empfangen zu können. Mit der Liberalisierung der sozialen Kommunikationsmittel in den Vereinigten Staaten ist die Weihnachtsmesse um Mitternacht die einzige religiöse Sendung – ich wiederhole: die einzige –, die von den Hauptsendern regelmäßig ausgestrahlt wird.

Die durch die sozialen Kommunikationsmittel möglich gewordene weltweite Ausstrahlung der liturgischen Feiern in Rom im April dieses Jahres war natürlich noch größer als die Übertragungen zu Weihnachten oder in der Osterwoche, aber die Möglichkeiten, die es in den verschiedenen Dörfern und Städten zur wöchentlichen oder wenigstens gelegentlichen Übertragung von Fernsehliturgien gibt, sind extrem wichtig, um den spirituellen Hunger von Millionen Menschen zu stillen, die den Wunsch haben, sich mit Jesus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, zu identifizieren. Danke!

[Vom Heiligen Stuhl veröffentlichte deutsche Übersetzung des mehrsprachigen Originals; geringfügige Änderungen durch ZENIT]