Syrien: Aufenthaltsort der gefangenen Bischöfe geortet

Mehrheitlich christliches Dorf in der Nähe von Homs durch die Armee befreit

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 433 klicks

Seit einem halben Jahr sind zwei Bischöfe aus Aleppo in der Hand von Entführern, der griechisch-orthodoxe Bischof Boulos al-Yazigi und der syrisch- orthodoxe Bischof Mar Gregorios Yohanna Ibrahim. Sie wurden am vergangenen 22. April in der Region zwischen der Umgebung von Damaskus und der türkischen Grenze verschleppt. Wie der sunnitische Großmufti von Damaskus, Ahmad Badreddin Hassoun, mitteilte, seien sie außerhalb des Landes in Sicherheit und werden von tschetschenischen Kämpfern festgehalten. Der Chef der libanesischen Sicherheitskräfte, General Abbas Ibrahim, teilte mit, er habe erste direkte Kontakte mit den Geiselnehmern aufnehmen können. Er sagte: „Bis jetzt sind wir in indirektem Kontakt mit den Entführern, und wir werden ausgehend davon versuchen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.“ Es handle sich um einen besonders komplizierten Fall.

Wie der Päpstliche Nuntius in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, bestätigt, konnte das mehrheitlich christliche Dorf Sadad in der Nähe von Homs durch die Armee befreit werden, wodurch mehrere tausend Menschen aus der Gewalt islamistischer Rebellen befreit wurden. Er sagte gegenüber „Radio Vatikan“:

„Die Belagerung ist durchbrochen, das habe ich erfahren, und auch der Belagerungsring um zwei weitere Dörfer südlich von Damaskus konnte aufgesprengt werden – eines heißt Mudamieh, das andere Daraya. Vermittler aus den Dörfern haben dabei geholfen. Es gibt also manchmal doch auch positive Nachrichten, mitten in all der Gewalt und dem Blut. Das sollte die internationale Gemeinschaft ermutigen, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen, auch wenn das ein sehr steiler, schwieriger Weg ist.“

Ende November soll in Genf eine Syrien-Konferenz stattfinden, jedoch wollen islamistische Rebellen das Treffen mit der internationalen Gemeinschaft boykottieren. Zenari bestätigte die andauernde Präsenz von Kämpfern der El Kaida.

„Das liegt doch offen vor aller Augen. Die Geschichte dieses Konfliktes ist wirklich im Lauf der Zeit immer komplizierter geworden; wenn man jetzt nicht endlich dieses Knäuel zerschlägt, dann wird das alles noch komplizierter und eine Lösung, wie wir sie uns alle wünschen, noch schwieriger.“

Ebenfalls aus Damaskus wird seit drei Monaten der italienische Jesuit Paolo Dall’Oglio aus dem syrischen Bergkloster Mar Musa vermisst. Diesbezüglich sagte Zenari: „Nun ja, manchmal erreichen uns in der Nuntiatur Gerüchte, bei denen es aber schwierig ist festzustellen, was an ihnen dran ist... Ich stehe in Kontakt mit den Mönchen von Mar Musa, manchmal telefonieren wir oder treffen uns. Ich mache ihnen Mut, weil sie, seine geistlichen Söhne, am meisten unter dieser Ungewissheit leiden.“