Syrien: Bewaffnete Banden überfallen Sednaya

Vertriebene Christen verschiedener Konfessionen versammeln sich zum gemeinsamen Gebet

Rom, (Fides) | 381 klicks

Nach Maalula ist nun Sednaya an der Reihe. Das Dorf im Norden von Damaskus ist wegen seines besonderen historischen, kulturellen und religiösen Erbes bekannt. Es gibt hier verschiedene christliche Klöster und zahlreiche christliche Gläubige, die noch Aramäisch sprechen. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, wird das Dorf von islamistische Milizen aus Yabroud und aus den libanesischen Bergen auf der andren Seite der Grenze bedroht, die die Zivilbevölkerung mit ihren Angriffen in Angst und Schrecken versetzten. In den vergangenen Tagen kam bei einem solchen Überfall ein Katholik (vgl. Fidesdienst vom 28/09/2013) ums Leben.

Gestern starb bei einem erneuten Übergriff ein weiterer einheimischer Christ; ein weiterer wurde verletzt. „Es handelt sich um Banditentum, doch es geht auch um die Rache an Christen“, so ein einheimischer Ordensmann aus Sednaya zum Fidesdienst. „Wir würden es gerne vermeiden, von religiöser Verfolgung zu sprechen, doch es handelt sich um gezielte Angriffe, die Angst unter den Einwohnern verbreiten und diese zur Flucht bewegen soll. Die Einwohner von Sednaya befürchten heute, dass ihnen dasselbe Schicksal blüht wir den Menschen in Maalula.“

Die Einwohner von Maalula haben sich unterdessen in einem Komitee mit Sitz in Damaskus zusammengeschlossen. „Wir appellieren an die internationale Staatengemeinschaft“, so ein Vertreter des Komitees zum Fidesdienst. „Niemand hilft uns; radikale Islamisten gehen immer skrupelloser vor. Wir fühlen uns wehrlos. Niemand tut etwas gegen diese Menschenrechtsverstöße: Wir fordern ein Eingreifen der Menschenrechtskommission in Genf.

Unterdessen versammeln sich nach Angaben der unter den Vertriebenen in Damaskus tätigen Schwester Carmel „immer mehr Christen in Syrien zum interkonfessionellen Gebet im Zeichen der Verbundenheit“. „In der großen Not“, so die katholische Ordensfrau, „wird der Glaube stärker.“

(Quelle: Fidesdienst, 01/10/2013)