Syrien: Desinformation durch westliche Medien

Griechisch-katholischer Bischof: Zielgerichtete Destabilisierungsaktionen von außen sollen Frieden verhindern

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ROM, 7. Juni 2012 (ZENIT.org). - „Gegenwärtig versucht man das Land durch den Einsatz von Abenteurern zu destabilisieren, die zu Bluttaten bereit sind, bei denen es sich aber nicht um Syrier handelt. Darauf hatte auch der ehemalige französische Botschafter, Eric Chevalier hingewiesen, dessen Informationen jedoch abgelehnt wurden, wie auch viele andere Informationen gefälscht werden, um damit den Krieg gegen Syrien zu schüren.“ So äußerte sich der französische Bischof Philip Tournyol Clos nach seiner Rückkehr aus Syrien, wo er Damaskus, Aleppo und Homs besucht hatte, gegenüber dem Fidesdienst.

„In der Hauptstadt hat man Angst vor Autobomben und Selbstmordattentaten. Der Frieden in Syrien wäre möglich, wenn alle die Wahrheit sagten. Ein Jahr nach Beginn des Konflikts ist die tatsächliche Lage im Land weit von dem entfernt, was die westlichen Medien darzustellen versuchen.“

In Homs biete sich dem Besucher ein Bild der absoluten Verzweiflung: die Kirche Mar Elian sei zur Hälfte zerstört und eine andere Kirche von Rebellen besetzt. Die Häuser der Christen seien  von den Gefechten schwer beschädigt und stünden leer, nachdem die Bewohner fliehen mussten. Das Stadtviertel Hamidieh sei eine Hochburg bewaffneter Gruppen, die voneinander unabhängig seien und von Katar und Saudi-Arabien mit schweren Waffen ausgerüstet werden. Alle 138.000 Christen hätten Zuflucht in Damaskus und im Libanon gesucht und andere hielten sich in den umliegenden Regionen versteckt.

„Ein Priester wurde ermordet und ein anderer schwer verletzt. Nur noch wenige Christen leben dort und alle fünf Bischöfe mussten sich in Damaskus und im Libanon in Sicherheit bringen“, so der Bischof. „Die Opposition hat die beiden Stadtviertel Diwan Al Bustan und Hamidieh besetzt, in der sich alle Kirchen und Bischofsresidenzen befinden.“

In Damaskus starben in der vergangenen Woche 130 Menschen bei Attentaten (davon 38 Christen), 400 Menschen wurden verletzt und viele Wohnungen verwüstet. Nach Bischof Clos herrsche überall Entsetzen und der Schmerz sei unbeschreiblich.

Es seien Muslimbrüder rekrutiert worden, die die bisher friedlichen Beziehungen zwischen Muslimen und Christen im Land untergraben sollten, erläuterte der Bischof weiter zum Thema Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften. Dies sei allerdings  bisher nicht gelungen, im Gegenteil, die beiden Glaubensgemeinschaften seien sich in dieser Situation näher gekommen als es je der Fall war.

„Sunnitische Salafisten verüben kriminelle Übergriffe auf Zivilisten und zwingen einfache Bürger, in ihren Reihen zu kämpfen. Fanatische Extremisten kämpfen einen „heiligen Krieg“ gegen Alawiten. Alawiten haben dabei keine Überlebenschance“, so Bischof Clos.