Syrien: Gefechte im Tal der Christen

Hochburg der syrischen Christen Schauplatz von Gewalt und Tod

| 961 klicks

ROM, 14. Dezember 2012 (ZENIT.org). – Rund 150.000 Christen leben in den rund 40 Dörfern des „Tals der Christen“ in Westsyrien in Angst und Schrecken. Das Tal „Wadi al Nasara“ gilt als historische Hochburg der syrischen Christen, bei denen es sich vorwiegend um griechisch-orthodoxe Gläubige handelt. Hier haben in den vergangenen Monaten Tausende Binnenflüchtlinge aus Homs und anderen Städten und Provinzen Zuflucht gesucht. Heute sind sie Zielscheibe islamistischer Milizen, die sich in der Kreuzritterburg „Krak des Chevalies“ niedergelassen haben, die im 11. Jahrhundert von einem muslimischen Emir erbaut, später von den Kreuzrittern wieder aufgebaut wurde und heute Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Wie Beobachter dem Fidesdienst mitteilen, schießen die Milizen von dem Hügel, auf dem sich die Burg befindet, auf die Dörfer im Tal. In der Region wurden unterdessen Straßenblockaden der syrischen Armee aufgestellt, die die Milizen unter Beschuss nehmen. Christliche Zivilisten gelten bei diesem Machtkampf als „kollaterale“ Opfer. In den vergangenen Taten wurde das Feuer auf das Dorf Howache eröffnet, wo viele Wohnungen verwüstet wurden und drei junge Christen starben. Viele Zivilisten wurden verletzt. Die Familien des Dorfs trauern um Iyad Salloum (30), Fady Haddad (34) und einen weiteren jungen Mann, der im Krankenhaus in Hosn starb. In den vergangenen Wochen waren bei den Auseinandersetzungen bereits 9 Menschen ums Leben gekommen.

„Christen“, so ein einheimischer Priester zum Fidesdienst, „sind leicht angreifbar und wollen neutral bleiben. Doch heute wird unser Tal von der Gewalt und der Instabilität heimgesucht. Dies führt dazu, dass viele orientierungslos und verängstigt sind. Die Gewalt überdeckt und vernichtet alles: Es gelingt uns nicht mehr, Werkzeuge des Dialogs und des Zusammenhalts zu sein, wie wir es gerne würden“. Der Priester fordert von den Konfliktparteien: „Schießt nicht unterschiedslos auf Zivilisten“ und bittet dabei um „Respekt für die Neutralität der Christen, ihren Glauben und ihre Identität, denn sie wollen nur ein Faktor der Versöhnung sein.“