Syrien: Gekidnappte Erzbischöfe noch nicht frei

Kurze Freude über ihre vermeintliche Freilassung

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 391 klicks

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Yohanna Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Paul Yazigi, die während einer humanitären Mission am Montag gekidnappt worden waren, sind noch nicht frei.

Laut Informationen von verschiedenen Quellen, übernommen vom französischen Hilfswerk „L'Œuvre d’Orient“ und von der arabischen Ausgabe von ZENIT, hieß es, die zwei Religionsvertreter seien am gestrigen Nachmittag von ihrer Entführern freigelassen worden. Die Freude dauerte leider nur kurz. Noch am gleichen Abend, rund 23 Uhr, kam das offizielle Dementi [ZENIT berichtet].

Wie am Montag von nationalen Medien berichtet wurde, waren die beiden Kirchenoberhäupter während ihrer Tätigkeit in humanitärer Mission vermutlich in die Hände von Rebellen gefallen. In der Vergangenheit sind bereits mehrere Kleriker ums Leben gekommen. Bei den beiden Bischöfen handelt es sich nunmehr um die ältesten und ranghöchsten Religionsvertreter.

Papst Franziskus hatte am Montag in einer Erklärung des Vatikan die Entführung der Bischöfe beklagt und seine Hoffnung auf ein baldiges Ende des menschlichen Dramas geäußert.

Der Syrienkonflikt hat bereits ungefähr 70.000 Opfer gefordert.

Lakhdar Brahimi, der UN-Sondergesandte für Syrien, der mit eine Reihe von Ministern mit diesem Fall betraut ist, hatte die Lage in Syrien als abscheulichen Bürgerkrieg bezeichnet, der unkontolliert in seinem Heimatland entbrannt sei. Er sprach von einer Verschwörung, die von außen komme. Bisher sei keine Lösung am Horizont zu erblicken, weder von innen noch von außen. Aber man sei vollkommen erschöpft,und so könne es nicht weitergehen. Man sei bereit, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten, um zu einer Lösung zu gelangen.

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Die Originalfassung des gestrigen Artikels von unserem Mitarbeiter Jan Bentz über die entführten Erzbischöfe wurde nachträglich von der Redaktion überarbeitet, basierend auf Informationen, die von der arabischen Ausgabe von ZENIT zur Verfügung gestellt worden waren. Die haben die sich leider als unzutreffend herausgestellt.

Wir bitten unsere Leser, die voreilige Nachricht zu entschuldigen und um eine rasche Freilassung der beiden Kirchenvertreter zu beten.

Paul De Maeyer, Koordinator des Deutschen ZENIT-Teams