Syrien: humanitäre Katastrophe befürchtet

Erzbischof Zollitsch ruft zur Hilfe für syrische Flüchtlinge auf

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BONN, 31. Juli 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, warnt vor einer humanitären Katastrophe in Syrien und ruft zu Spenden für die Flüchtlinge auf.

Immer mehr Menschen seien vor den blutigen Gefechten auf der Flucht und die Zahl der syrischen Flüchtlinge in die Nachbarländer steige dramatisch, erklärte Erzbischof Zollitsch. Mehr als 120.000 Flüchtlinge sind laut dem UN Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Jordanien, in der Türkei, im Libanon und im Irak registriert. Die Dunkelziffer nicht offiziell erfasster Flüchtlinge dürfte ähnlich hoch sein. Viele Flüchtlinge haben Traumatisches erlebt. Vor allem die Kinder leiden unter den Gewalterfahrungen und den Strapazen der Flucht.

„Die Flüchtlinge brauchen dringend unsere verstärkte Hilfe und Solidarität“, erklärte Erzbischof Zollitsch in Bonn. Die kirchlichen Werke Caritas international, Misereor, missio und das Kindermissionswerk arbeiteten mit Partnerorganisationen in Syrien und den Nachbarländern zusammen und unterstützten die Opfer des Bürgerkriegs und die Flüchtlinge mit Hilfsprogrammen. Angesichts des zunehmenden Flüchtlingsdramas müssten diese Anstrengungen aber noch verstärkt werden. Erzbischof Zollitsch ruft daher die deutschen Katholiken zu weiteren Spenden auf.

„Das ganze Land ist geprägt von Unsicherheit und Angst. Besonders die Christen und andere Minderheiten sind in großer Sorge“, betonte Erzbischof Zollitsch. Keiner wisse, was die Zukunft bringen werde. „Daher bitte ich die Christen in Deutschland, für alle Menschen in der Region und für ein Ende der menschenverachtenden Gewalt – ganz gleich von welcher Seite sie ausgeht – zu beten. Es müssen Lösungen gefunden werden, die es allen Bevölkerungsgruppen ermöglichen, in Frieden, Gerechtigkeit und Respekt voreinander zusammenzuleben und ihren Glauben frei auszuüben“.