Syrien: Ignatius IV. verstorben

Der 92-jährige Patriarch der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochia erlag einem Schlaganfall

| 748 klicks

BEIRUT, 06. Dezember 2012 (ZENIT.org). - Gestern starb in einem Krankenhaus in Beirut Ignatius IV. Hazim, Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche in Syrien, Patriarch von Antiochia und des ganzen Orients.

Radio Vatikan gab bekannt, der Patriarch sei gestern Vormittag im Alter von 92 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben, der ihn vorgestern getroffen hatte. Benedikt XVI. habe sich, als er die Nachricht erhielt, zum Beten zurückgezogen.

Ignatius IV., dem es gesundheitlich schon seit geraumer Zeit schlecht ging, hatte sich in den vergangenen Monaten viel für den Frieden und die Wiederversöhnung in Syrien eingesetzt, auch in Zusammenarbeit mit den katholischen Bischöfen und muslimischen Religionsführern.

Am 4. April 1920 in Mhardeh nahe Hama in Syrien geboren, war der zukünftige Patriarch 1936 nach Beirut gezogen, wo er 1945 an der Amerikanischen Universität in Literaturwissenschaft promovierte. Anschließend studierte er Theologie am Institut St. Serge in Paris. Seine Priesterweihe empfing er im Libanon, wo er in den kommenden Jahren die „Orthodoxe Jugendbewegung“ gründete. 1961 wurde er zum Bischof der Diözese Palmira erhoben, 1970 zum Metropoliten von Latakia und 1979 schließlich zum Patriarchen der Kirche von Antiochia.

Im Laufe seines langen Lebens veröffentlichte Ignatius IV. zahlreiche Bücher und Artikel über Theologie. Für seine Schriften ehrten ihn sowohl die Pariser Sorbonne als auch die Universität Minsk (Weißrussland) mit dem Doktortitel honoris causa.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]