Syrien: Soforthilfe für belagertes christliches Dorf

Zwischen die Fronten geraten

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MÜNCHEN, 24. August 2012 (ZENIT/KIN). - Nach einem dramatischen Hilferuf aus einem christlichen Dorf in Syrien, das in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen die Fronten geraten ist, hat das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ heute eine Soforthilfe in Höhe von 50.000 Euro angekündigt.

Während eines Treffens einer Delegation von „Kirche in Not“ mit dem Patriarchen der maronitischen Kirche, Kardinal Boutros Rai, im Libanon waren am Mittwoch Besorgnis erregende Nachrichten über das syrische Dorf eingegangen, das etwa 12.000 christliche Einwohner hat und unmittelbar an der Grenze zum Libanon liegt. Das Dorf, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden solle, sei zwischen die Fronten geraten, hieß es von Informanten: Auf der einen Seite kämpften Soldaten der Freien Syrischen Armee, auf der anderen Truppen des Assad-Regimes. Alle Straßen seien abgeriegelt, die Brücken in die Luft gesprengt. Die Bewohner seien schon seit Tagen von der Außenwelt abgeschnitten. Ihre Nahrungsmittelvorräte gingen zur Neige. Vor allem würden die Kinder darunter leiden: Es gebe keine Babynahrung und keine Windeln mehr. Bei dem Versuch, Brot in das Dorf zu bringen, seien junge Männer auf ihren Motorrädern von Heckenschützen beschossen worden.

Mit der Soforthilfe sollen vor allem Nahrung und Medikamente finanziert werden. Darüber hinaus rief die Geschäftsführerin des deutschen Zweigs von „Kirche in Not“, Karin Maria Fenbert, heute zum Gebet für die Menschen in Syrien auf.  Damit hat „Kirche in Not“ den Flüchtlingen und Not leidenden Familien in Syrien in diesem Jahr bereits über eine Viertelmillion Euro an Hilfe bereitgestellt.