Syrisch-Orthodoxe Bischöfe: Wir fürchten ein Szenario wie im Irak

Dramatische Lage der Christen in Homs

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MÜNCHEN, 10. Mai  2012 (ZENIT.org/KIN). - Für einen Dialog mit einer klaren Zielsetzung für eine friedliche Zukunft Syriens haben sich zwei syrisch-orthodoxe Erzbischöfe bei einem Besuch des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ in München ausgesprochen. „Wir befürchten ein Szenario wie im Irak, wo viele Christen bedroht und getötet werden, auf der Flucht sind oder sich nicht mehr auf die Straße trauen“, berichtete der Erzbischof von Homs und Hama, Silvanus Petros Al-nemeh. Allein in Homs haben seinen Angaben zufolge bereits 50 000 Christen die Stadt verlassen. Viele seien bei Verwandten in der Umgebung untergekommen. Auch er selbst lebe derzeit nicht in Homs, sagte er. Die Menschen stellten sich derzeit vor allem zwei Fragen, so der Erzbischof: „wann und ob sie wieder in ihre Häuser und Heimat zurückkehren können“.

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Friedensprozesses könne die Kirche spielen. „Die Kirche steht für Gerechtigkeit und Frieden und nicht für Korruption durch die Regierung oder die Gewalt im Namen Allahs“, erklärte Erzbischof Eustathius Matta Roham. Nur Gespräche könnten einen Frieden bringen und somit eine Rückkehr der geflohenen Menschen ermöglichen, so der Erzbischof von Jazirah und Euphrates weiter. „Was in Homs passiert ist, kann auch in anderen Städten passieren“, fügte er hinzu. Angesichts der komplexen Konfliktsituation in Syrien müsse man beide Seiten, sowohl die Meinung der Rebellengruppen als auch der Regierung, anhören. Frieden zwischen beiden Parteien könne erreicht werden, wenn die russische und amerikanische Regierung zusammen die Initiative für eine Unterstützung des Dialogs ergriffen, betonte Erzbischof Eustathius.

Beide Bischöfe bitten um das Gebet und die Unterstützung für die Menschen in Syrien. Die Lage sei katastrophaler, als man sich vorstellen könne.