Syrischer Bürgerkrieg: Patriarch ruft zu Verhandlungen auf

Wir brauchen unbedingt eine Lösung

Rom, (ZENIT.orgKIN) | 405 klicks

Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Christen des melkitischen Ritus in Syrien, Patriarch Gregor III. Laham, hat die Weltgemeinschaft um Mithilfe bei einer Verhandlungslösung für den Bürgerkrieg in seinem Land gebeten. In einem Schreiben an das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ schreibt er: „Das Leiden Syriens ist grenzenlos.“ Der Konflikt habe inzwischen „Tausende und Abertausende niedergemäht – Zivilisten und Angehörige des Militärs gleichermaßen“. Nach Einschätzung Lahams, dessen Amtssitz sich in Damaskus befindet, sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor zwei Jahren bis zu 400 000 syrische Christen aus ihrer Heimat vertrieben worden. Der Patriarch betont, dass die Zukunft seiner Gläubigen jedoch „nicht von den Muslimen bedroht wird, sondern vom allgemeinen Chaos und von unkontrollierbaren, fundamentalistischen Fanatikern“. Sämtliche Aspekte von Demokratie, Menschenrechten, Freiheit, Säkularismus und Bürgerrechten seien aus dem Blickfeld geraten. „Und niemand kümmert sich darum“, beklagt der Patriarch.

Diese bedrohliche Situation habe weitreichende Folgen für die Zukunft der Christen im gesamten Nahen Osten, da Syrien seit Jahrzehnten Zufluchtsort für Gläubige aus Krisengebieten wie dem Irak gewesen sei. Der Bürgerkrieg sei auch für die mehrheitlich gemäßigten Muslime eine schwere Bedrohung, weil verschiedene islamische Traditionen gegeneinander ausgespielt würden. Der Patriarch betont, dass Frieden nach wie vor möglich sei. In seiner Erklärung bittet er unter anderem die Regierungen der arabischen Staaten sowie der Länder Nord-, Südamerikas und Europas um ihre Mithilfe bei einer friedlichen Lösung des Konflikts: „Wir sind sicher, dass trotz unserer Nöte alle Syrer zum Dialog imstande sind“, schreibt er und appelliert: „Angesichts all dieser Gefahren, des Leids und des Unglücks, von dem alle Bürger betroffen sind, fragen wir uns, ob es eine andere Sprache oder ein anderes Handeln als Krieg, Waffen, Gewalt, Hass und Rache geben kann. Wir brauchen unbedingt eine Lösung.“