Tag des kontemplativen Ordenlebens "pro orantibus"

Papst Franziskus besucht Benediktinerinnen in Klausur

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 264 klicks

Am gestrigen Nachmittag besuchte Papst Franziskus anlässlich des Tages des kontemplativen Ordenslebens, den Tag „pro orantibus“, ein Benediktinerinnenkloster des heiligen Antonius auf dem Hügel des Aventin in Rom. Nach einer Begrüßung durch die Äbtissin des Klosters, Mutter Michela Porcellato, zelebrierte der Papst die Vesper gemeinsam mit den Nonnen und traf sie anschließend zu einem persönlichen Gespräch. In seiner Ansprache an die Benediktinerinnen sagte Papst Franziskus, Maria sei die Mutter der Hoffnung, und von ihr komme die Lehre, auf das Morgen mit Hoffnung zu schauen und nicht am Heute verhaftet zu bleiben.

„Sie wird eine Jüngerin und Mutter ihres Sohnes in dem Moment, in dem sie die Worte des Engels vernimmt und sagt: ‚Ich bin die Magd des Herrn: Mir geschehe, wie du es gesagt hast. Dieses ‚mir geschehe‘ ist nicht nur Annahme, sondern eine vertrauensvolle Öffnung gegenüber der Zukunft! Dieses ‚mir geschehe‘ ist Hoffnung!“

Der Pontifex bemerkte weiter, Maria sei die Mutter der Hoffnung, und zählte all die Momente auf, in denen sie in ihrem Leben Ja gesagt habe.

„Maria wusste nicht, wie sie Mutter geworden war, aber sie vertraute sich vollkommen dem Mysterium an, das im Begriff war, sich zu erfüllen, und sie ist die Frau der Erwartung und der Hoffnung geworden.“

Der Pontifex betonte, dass Maria trotz aller Schwierigkeiten und Überraschungen, mit denen Gott sie konfrontiert habe, niemals die Hoffnung verloren habe.

„Das heißt für uns, dass sich die Hoffnung aus dem Zuhören nährt, der Kontemplation, der Geduld, dass die Zeiten des Herrn reifen.“

Nicht einmal im Moment zu Füßen ihres sterbenden Sohnes verlasse sie ihre Hoffnung, sondern sie stütze sie in der Erwartung des Mysteriums.

„Alles scheint wirklich am Ende; alle Hoffnung könnte ausgelöscht sein. Auch sie hätte in diesem Moment sagen können, wenn sie sich an die Versprechen der Verkündung erinnert hätte: ‚Das stimmt nicht! Ich bin betrogen worden!‘. Und sie hat es nicht getan.“

Maria habe geglaubt; ihr Glaube habe sie mit Hoffnung auf das Morgen Gottes warten lassen.

„Oft denke ich: ‚Wissen wir auf das Morgen Gottes zu warten, oder wollen wir es heute, heute, heute?‘ Das Morgen Gottes ist für sie der Sonnenaufgang dieses Tages, des ersten der Woche. Es tut uns gut, in der Kontemplation an die Umarmung des Sohnes mit der Mutter zu denken.“

Abschließend sagte Papst Franziskus zu den Benediktinerinnen, das einzige Licht am Grab Jesu sei die Hoffnung der Mutter und in diesem Moment auch die Hoffnung der Menschheit, und stellte ihnen die Frage, ob in den Klöstern heute noch dieses Licht brenne und ob man das Morgen Gottes erwarte. Maria sei das standfeste Zeugnis der Hoffnung, gegenwärtig in jedem Moment der Rettung.

„Sie, die Mutter der Hoffnung, unterstützt uns in den dunklen Augenblicken, den Schwierigkeiten, der Hoffnungslosigkeit, der wirklichen menschlichen Niederlagen. Maria, unsere Hoffnung, hilf uns, aus unserem Leben ein Geschenk zu machen, das der Vater schätzt, ein freudiges Geschenk für unsere Brüder, ein in die Zukunft blickendes Verhalten.“