Tägliche Glaubensnahrung im Radio

Interview mit P. Andreas Schätzle, Programmdirektor von „Radio Maria Österreich“

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WIEN, 29. August 2007 (ZENIT.org).- Neue UKW-Frequenzen und der damit verbundene Ausbau von Radio Maria Österreich ist der Anlass für das vorliegende ZENIT-Interview mit P. Andreas Schätzle, dem Programmdirektor des Radiosenders.



Der Priester der Erzdiözese Wien, der auch in der Berufungspastoral tätig ist, erklärt, worin die Mission des von ihm betreuten Senders liegt, und stellt in diesem Zusammenhang fest: „Wesentlich ist auch, dass unser Glaube sich als alltagstauglich zeigt. Jede Sendung, jeder Inhalt muss irgendwie ins konkrete Leben übergehen. Hier spielt die Interaktivität, der Erfahrungstausch innerhalb der Sendungen eine große Rolle, aber auch die Inhalte der jeweiligen Sendung selbst.“ Neben Gebet, Liturgie und Glaubensvermittlung gehe es bei „Radio Maria“ also auch durchaus um das Thema „Lebenshilfe“.

ZENIT: Nach jahrelangem Bemühen ist „Radio Maria Österreich“ nun die Frequenz 93,4 im Raum Baden im Süden von Wien zugesprochen worden. Am Dienstag ging man für den Probelauf „on air“: Welche Bedeutung hat das für die Entwicklung dieses Radiosenders?

-- P. Schätzle: Jede Gabe ist vor allem Aufgabe. Unsere Aufgabe wird sein, möglichst viele Menschen in den neuen Sendegebieten mit dem Evangelium zu erreichen.

„Radio Maria – eine christliche Stimme in Ihrem Haus“ ist das internationale Motto der Welt-Familie von „Radio Maria“. Aber das lässt sich natürlich nicht auf die Häuser begrenzen. Die erstaunlichsten Radiogeschichten spielen sich oft unterwegs ab, wo jemand zufällig, etwa beim Autofahren, auf diesen Sender stößt. Vielleicht ist es sein erster Kontakt mit der Kirche nach vielen Jahren – und hoffentlich ein Kontakt, der ihm oder ihr weiterhilft.

„Radio Maria“ ist auch über Satellit, Kabel und Internet zu hören, aber es lebt vor allem auf UKW. Deshalb ist diese Frequenz so wichtig für die Lebendigkeit unseres Senders

ZENIT: Wie ist „Radio Maria“ in den übrigen Landesteilen zu empfangen?

-- P. Schätzle: Weitere UKW-Gebiete sind im Mostviertel, in Kärnten im Raum Villach und in Innsbruck, bald auch im Tiroler Unterland. Daneben ist „Radio Maria“ in viele Kabelnetze eingespeist und europaweit auf Satellit (Astra-Digital) zu empfangen.

Weltweit bietet www.radiomaria.at Tag und Nacht einen Live-Stream. Wir senden ja 24 Stunden jeden Tag, davon etwa 17 Stunden live und in der Nacht Wiederholungen von wertvollen Sendungen des Tages. Auf unserer ganz neu gestalteten Homepage können Sie sich leicht über das genaue Programm und genaue Empfangshinweise informieren.

ZENIT: Was zeichnet dieses Spartenradio aus, wodurch unterscheidet es sich von anderen Sendern?

-- P. Schätzle: Wie gesagt: „Radio Maria“ ist zunächst ein Medium der Verkündigung. Auch die Musik, die neben dem starken Wortanteil einen wichtigen Platz einnimmt, dient diesem Anliegen.

Wir sind auf der einen Seite sehr „universal“ ausgerichtet im Sinne der Lehre der Kirche, zugleich macht das Lokalkolorit vieler Sendungen einen Gutteil des besonderen Flairs aus. Man hört einfach alle Dialekte durch die verschiedenen Mitarbeiter, Mitbeter und Anrufer aus ganz Österreich, Südtirol, Deutschland und darüber hinaus. Diese regionale Verankerung und damit auch die Förderung des kulturellen und volkskundlichen Erbes sind für uns sehr wichtig.

Wesentlich ist auch, dass unser Glaube sich als alltagstauglich zeigt. Jede Sendung, jeder Inhalt muss irgendwie ins konkrete Leben übergehen. Hier spielt die Interaktivität, der Erfahrungstausch innerhalb der Sendungen eine große Rolle, aber auch die Inhalte der jeweiligen Sendung selbst. Neben Gebet, Liturgie und Glaubensvermittlung gibt es auch die Sendungen aus dem Bereich der „Lebenshilfe“, das heißt Familie, Erziehung, Psychologie, Gesundheit, Sport, Kultur, Soziales usw.

ZENIT: An wen richtet sich „Radio Maria“ in erster Linie?

-- P. Schätzle: Zunächst möchte ich fünf Zielgruppen nennen, die mir besonders vor Augen stehen. Da sind einmal die so genannten praktizierenden Katholiken oder auch engagierte Christen anderer Konfessionen. Hier geht es um das Moment der Evangelisierung, das heißt um eine tägliche Glaubensnahrung, die den Christ an seinem Platz in der Welt nährt und stärkt und wachsen lässt. Und ihn auch zu einem Zeugen für andere heranbildet.

Dann ist da die große Gruppe der so genannten Fernstehenden, die vielleicht (fast) nichts mehr oder nur sehr diffus mit Gott und der Kirche zu tun haben. Hier geht es also um Mission, das heißt ein Wort des Trostes und des Lebens in diese Welt hineinzurufen, das anderen das wahre Licht in Christus zeigt.

„Radio Maria“ ist ein starker Moment des Trostes für viele. Hier möchte ich als dritte Gruppe die alten und kranken Menschen nennen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als in der Krankheit, den Schmerzen, der Gebrechlichkeit alleine zu sein. „Radio Maria“ ist hier für viele eine echte Begleitung, ja eine Familie geworden.

Als vierte Gruppe liegen mir und uns die jungen Menschen besonders am Herzen. Sie sind nicht nur Zukunft, sondern Gegenwart der Kirche und ihrer missionarischen Lebendigkeit. Neben dem Jugendabend (Montag) und den anderen Jugendsendungen übertragen wir regelmäßig live von den Events, den kleinen und großen Jugendtreffen im In- und Ausland: Pöllau, Pfingstentreffen der Loretto-Gemeinschaft in Salzburg, internationale Jugendtreffen in Mariazell und Medjugorje sind da nur ein paar Stichworte.

Als fünfte Gruppe möchte ich – last but not least – die Familien und die Kinder, ja auch die Großeltern nennen. Der lebendige Organismus der Familie über Generationen bleibt die tragende Struktur einer echten sozialen Gemeinschaft und muss gestärkt werden.

ZENIT: Wie finanziert sich das Radio?

-- P. Schätzle: „Radio Maria“ betreibt keinerlei kommerzielle Werbung und lebt allein von der Großzügigkeit seiner Hörer. Wir dürfen es auch „Vorsehung“ nennen, größere Verfügbarkeit für das Wirken des Heiligen Geistes. Gerade das Spendenaufkommen ist ein Kriterium, ob unser Programm die Herzen der Menschen erreicht, ob es wert ist, dass sie es durch ihre Spenden erhalten und aufbauen helfen.

Auch hierin erweist sich „Radio Maria“ als ein „Radio der Hörer“, als eine Hörerfamilie, in der jeder etwas beiträgt. Auch die Referenten – meistens Priester oder Professoren, aber auch exzellente Experten aus den verschiedenen sozialen Themenbereichen – sprechen unentgeltlich im Dienste der Verkündigung. Gerade diese Dimension der Spenden und der Ehrenamtlichkeit schafft eine besondere Qualität der Liebe, die dann einfach bei den Sendungen im Radio hörbar und spürbar ist.

ZENIT: Wer arbeitet mit, und an wen richten sich all jene, die das Radio als freiwillige Mitarbeiter oder auch als großzügige Spender unterstützen wollen?

-- P. Schätzle: Mitarbeiter braucht es immer. Wir suchen sie besonders im Bereich der Außenübertragungen – täglich wird ja die Heilige Messe, aber auch der Rosenkranz und das kirchliche Stundengebet sowie andere Veranstaltungen (Kongresse, Jugendtreffen usw.) aus den verschiedenen Teilen unseres Landes durch so genannte Mobilstudios übertragen. Diese werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Das ist nicht schwer, aber braucht vor allem eine Liebe zur Evangelisation und zur Muttergottes – und ein wenig technisches Gespür.

Dann brauchen wir Helfer in der Ausbreitung des Radios; solche, die das Radio bekannt machen, vielleicht mithelfen, Programme und Werbematerial auszulegen oder auch in Heimen und Krankenhäusern für die Einspeisung des Programms zu sorgen.

Weiters braucht es auch ehrenamtliche Mitarbeiter im Bürobereich. Wer sich melden will, soll am besten auf die Homepage schauen. Dort findet er oder sie alle Infos. Auch die Spendeninformationen kann man am besten über unsere Homepage in Erfahrung bringen. Gerne können Sie aber auch unseren Hörerservice in Wien unter 01 – 710 70 72 anrufen.