Taiwan: Großer Förderer der chinesischen „Untergrundkirche" verstorben

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ROM, 24. Februar 2009 (ZENIT.org).- Der emeritierte Bischof der taiwanesischen Diözese Hualian, Andrea Tsien Chih-chun, ist am 17. Februar im Alter von 83 Jahren verstorben. Er galt als großer Unterstützer der romtreuen Untergrundkirche in China, die unter Verfolgung zu leiden hat. Zeit seines Lebens hatte er sich für eine Aussöhnung zwischen dieser in China offiziell nicht anerkannten Kirche und der staatlich anerkannten „Patriotischen Vereinigung“ eingesetzt.



Andrea Tsien wurde als Kind gleichzeitig mit den übrigen Mitgliedern seiner Familie getauft. Nach seinem Theologiestudium in Jiaxing ging er 1949 nach Italien, wo er an der Katholischen Universität von Mailand das Studium der Philosophie abschloss. 1953 wurde er zum Priester geweiht.

1960 kam Andrea Tsien nach Taiwan und entfaltete dort intensive pastorale Tätigkeiten in verschiedenen Regionen. 1966 wurde er Dekan der philosophischen Fakultät der katholische Universität Fu Ren und später Leiter des Instituts für philosophische Forschungen. 1992 wurde Andrea Tsien von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Hualian ernannt. Dieses Amt übte er bis zum Jahr 2002 aus.

Bei seinem Abschied betonte er: „Ich gehe in Rente, aber ich werde nicht untätig sein…, denn ich werde mich stets um die Gemeinschaft der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche bemühen.“

Das Begräbnis von Bischof Tsien wird nach Angaben der Päpstlichen Nachrichtenagentur „Fides“ am 28. Februar in der Kathedrale von Hualian stattfinden.

Nach dem „Catholic Church Directory Taiwan 2004“ besteht die 1963 errichtete Diözese aus 10 Dekanaten, 45 Pfarreien und 151 Missionsstationen. Die 56.262 Gläubigen werden von 54 Priestern seelsorglich betreut, denen 5 Ordensmänner und 120 Ordensfrauen, 16 Seminaristen und 25 Katechisten zur Seite stehen.

Die katholische Kirche in Hualian, die eine Monatszeitschrift herausgibt, unterhält eine Berufsschule mit 680 Schülern, eine Mittelschule mit 1.572 Schülern, zwei Berufsbildungszentren mit 1.166 Schülern, eine Grundschule mit 590 Schülern, 17 Kindergärten mit 1.092 Kindern und ein Internat.

Im Gesundheitswesen engagiert sich die Kirche mit einem Krankenhaus für 34.028 Patienten, zwei Kliniken für 6.200 Patienten, zwei Altersheimen mit 117 Gästen und zwei Pflegeheimen für 43 Kinder mit geistiger Behinderung.